Der Streik der Busfahrer im Saarland könnte bald zu Ende sein

Kostenpflichtiger Inhalt: Licht am Ende des Tunnels : Ein Ende des Busfahrerstreiks zeichnet sich ab

Am Dienstagabend wollen sich die Gewerkschaft Verdi und der kommunale Arbeitgeberverband auf einen neuen Tarifvertrag einigen.

Die Einigung im seit drei Wochen schwelenden Tarifkonflikt der rund 1000 kommunalen Busfahrer im Saarland ist zum Greifen nah. Fast wäre sie schon am Montag zu Stande gekommen, doch Verdi-Verhandlungsführer Christian Umlauf hatte schon vor dem Verhandlungsbeginn ein gewisse Vorahnung, die dafür angesetzten drei Stunden könnten womöglich zu kurz sein. Das bestätigte dann im Nachhinein auch die Verhandlungsführerin des kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV), Barbara Beckmann-Roh. Umlauf ging jedoch schon in dieses Treffen mit der Prognose: „Ich glaube, dass man Lösungen finden kann, die beiden Seiten irgendwie gerecht werden. Unser Interesse ist, dass wir ein gutes Stück weiterkommen.“

Angeblich geht es jetzt nur noch um ein wichtiges Detail, das beide Parteien voneinander trennt. Um welche Frage es sich handelt, darüber vereinbarten beide Seiten am Montag Stillschweigen. Es lässt sich also nur spekulieren. Möglicherweise könnte es um die geplante Laufzeit der geplanten Vereinbarung gehen, denn darüber gab es bis zuletzt unterschiedliche Vorstellungen.

Dass es die Verhandlungspartner jetzt auf der Zielgraden offensichtlich sehr ernst meinen, zeigt sich auch daran, dass sie sich für 17.30 Uhr zu einem „Open-End“-Treffen verabredet haben. So etwas macht man gewöhnlicherweise nur, wenn man am Ende mit einem Ergebnis aus den Verhandlungen kommen möchte. Es könnte also durchaus bis zum späten Abend oder sogar bis zum frühen Mittwochmorgen dauern, bis eine Einigung vorliegt.

Das ist auch der Grund dafür, warum dann nicht sofort anschließend der Busverkehr wieder aufgenommen wird. Es gibt auch für die Beendigung eines Streiks feste Regeln. So wird die Gewerkschaft Verdi nach Bekanntwerden der Vereinbarung ihre Mitglieder erst einmal zur Urabstimmung aufrufen. Die Durchführung dieses Verfahrens kann sich bis zu einem Tag hinziehen. Nur wenn mindestens 25 Prozent der Streikteilnehmer für die Annahme der Vereinbarung votieren, gilt diese auch als angenommen. Erst danach können dann auch wieder die Busse aus den Depots fahren. Verdi-Verhandlungsführer Umlauf geht deshalb davon aus, dass die Busse am Donnerstagmorgen wieder ihren Regelfahrplan aufnehmen. Der Gewerkschafter ist davon überzeugt, dass sich der lange Kampf ausgezahlt hat. Die Busfahrer könnten mit einer Reihe von Verbesserungen rechnen, in erster Linie finanzieller Art. Zuletzt stand die Forderung der Gewerkschaft nach einem generellen Brutto-Einstiegsgehalt von 2800 Euro im Raum. Es würde damit um 427 Euro beziehungsweise 18 Prozent steigen.

Der Streik habe auch den positiven Aspekt gehabt, dass der Politik, den Busunternehmen und den Nutzern klar geworden sei, dass der Beruf des Busfahrers attraktiver werden müsse. Sonst fänden Busunternehmer, ob kommunal oder privat, spätestens in einigen Jahren keine Fahrer mehr, prognostiziert Umlauf. „Wir wollen, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) auch langfristig bestehen bleibt. Das ist auch wichtig für die Fahrgäste, geht aber nur mit steigenden Löhnen“, so der Gewerkschafter. Zu einer höheren Attraktivität des ÖPNV müsse auch die Politik auf Bundesebene ihren Beitrag leisten, indem sie mehr Geld für den Ausbau von Bus und Bahn zur Verfügung stelle.

Der Streik hat zuletzt zunehmend Wiederstände hervorgerufen. Viele Buskunden beschwerten sich, dass sich die Auseinandersetzung so lange hinzieht. Darunter waren vor allem ältere Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Viele Eltern beklagten sich zudem, dass Schulbusse zeitweise nicht fuhren. Rechtzeitig zum Ende der Herbstferien scheint sich jetzt auch dieses Problem zu lösen.