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Das Saarland bereitet sich auf einen harten Brexit vor

Brexit-Desk und Brexit-Lotsen : Das Saarland bereitet sich auf den Brexit vor

Die saarländische Landesregierung trifft Vorkehrungen für den Fall eines harten Brexits. Das teilte gestern das Wirtschaftsministerium mit. Zwar hoffe Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), dass der Brexit noch abgewendet werden könne, trotzdem müsse man die Unternehmen im Saarland auf den schlimmsten Fall vorbereiten, heißt es in der Mitteilung.

Schon jetzt habe die Brexit-Diskussion negative Folgen beim Export gehabt, sagte Rehlinger. Der Wert saarländischer Exporte nach Großbritannien sank nach Angaben des Ministeriums 2018 um 13,6 Prozent auf nunmehr 1,96 Milliarden Euro. Der saarländische Export von Kraftfahrzeugen nach Großbritannien ging dabei von 1,2 Milliarden Euro auf 977 Millionen Euro zurück. Dies entspricht einem Rückgang um fast 18 Prozent.

Um Unternehmen zu unterstützen, habe das Wirtschaftsministerium mehrere direkte Anlaufstellen eingerichtet, darunter einen Brexit-Desk bei der Standortagentur Saaris. Außerdem habe das Ministerium einen Brexit-Beauftragten benannt. Bei spezifischen Fragen zu Zoll und Ähnlichem sollen Brexit-Lotsen der Industrie- und Handelskammer helfen. Ebenso, so Rehlinger, würde finanzielle Förderung etwa zur Erschließung von potenziellen Ersatzmärkten bereitstehen und das Wirtschaftsministerium habe Förderprogramme aufgestockt. Allerdings sieht Ministerin Rehlinger bei der Bewältigung der Brexit-Folgen auch die Bundesregierung in der Pflicht: „Ein Bundesland wird nicht alle Auswirkungen des Brexits allein abfangen können.“