CTC Advanced investiert zehn Millionen Euro in Saarbrücken

CTC investiert zehn Millionen in Saarbrücken : Sie bringen elektrische Geräte an ihre Grenzen

CTC Advanced testet Elektronik im Extrembereich. Dazu will das Unternehmen jetzt zehn Millionen Euro in Saarbrücken investieren.

Für die Mobilität der Zukunft werden derzeit die technischen Voraussetzungen geschaffen, und die Saarbrücker Firma CTC Advanced ist ganz vorne mit dabei. Das Unternehmen, das in den vergangenen 20 Jahren eine Vielzahl elektronischer Produkte auf Herz und Nieren geprüft und zertifiziert hat, schlägt ein neues Kapitel auf.

„Wir investieren derzeit zehn Millionen Euro, um bei der Elektromobilität und dem autonomen Fahren ein Wörtchen mitreden zu können“, sagt Gerhard Schirra, Vorsitzender der CTC-Geschäftsführung. Das meiste Geld – rund 6,5 Millionen Euro – fließt in ein neues Bürogebäude und eine weitere Prüfhalle. Doch mit den restlichen 3,5 Millionen Euro werden Geräte angeschafft, mit denen CTC Advanced in der Lage sein wird, neue Lithium-Ionen-Batterien, die in Autos eingebaut werden sollen, so richtig ranzunehmen. „Sie müssen alle Anforderungen, die der Alltagsbetrieb bringen kann, durchlaufen“, sagt Schirra.

Der Batterieblock wird auf einem sogenannten Shaker, der allein 2,5 Millionen Euro kostet, fixiert, in eine Dauervibration versetzt und in alle möglichen Richtungen bewegt. Gleichzeitig wird der Block extremer Kälte und großer Hitze ausgesetzt, muss trockenes Klima oder Schneechaos genauso gut überstehen wie hohe Luftfeuchtigkeit und tropischen Regen. Außerdem werden die Lithium-Ionen-Batterien zusammengequetscht, wie es auch bei einem Unfall passieren kann. Nicht zuletzt werden sie in ein Wasserbad geworfen und einem Crashtest unterzogen. „Es muss verhindert werden, dass die Batterien in Brand geraten oder dass Menschen durch einen Stromschlag zu Schaden kommen, wenn die Blöcke mit Wasser in Berührung kommen – beispielsweise beim Löschen durch die Feuerwehr“, sagt Abteilungsleiter Bernd Rebmann.

Alle diese Tests müssen erfolgreich bestanden sein, bevor das Kraftfahrtbundesamt (KBA) grünes Licht gibt und auch die Vorgaben der Autohersteller erfüllt sind. Hinzu kommt, „dass sie den Transportprüfungsvorschriften der Vereinten Nationen entsprechen müssen“, ergänzt Schirra. „Denn die Beförderung von Lithium-Ionen-Batterien unterliegt den Vorschriften eines Gefahrguttransports.“ Daher müsse auch ihr Verhalten bei langen Fahrten auf teils schlechten Straßen und sogar bei Unterdruck getestet werden. „Denn Batterieblöcke werden auch in Flugzeugen transportiert.“

Beim autonomen Fahren will CTC Advanced in Zukunft ebenfalls mit dabei sein – und setzt dabei auf die Radartechnik. Schon heute prüft und zertifiziert das Unternehmen für Autos Radarsysteme, die zum Beispiel bei der Abstandswarnung zu vorausfahrenden Wagen eingesetzt werden. „Wir wollen zusammen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) weitere Anwendungen erforschen“, sagt Schirra. „Denn Radartechnik wird für das autonome Fahren von entscheidender Bedeutung sein.“

Einen Namen hat sich CTC Advanced traditionell mit dem Prüfen von Funkgeräten aller Art gemacht – angefangen von Handys über Hörgeräte bis hin zu Bank- und Kreditkarten, mit denen man berührungslos bezahlen kann. Auch Chips, die sich in Personalausweisen und Reisepässen befinden, haben die Testlabore des Unternehmens durchlaufen. Ein weiteres Arbeitsgebiet ist die Überprüfung der elektrischen Sicherheit von Geräten einschließlich der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) für den Menschen. Wachsende Bedeutung kommt hier der Medizintechnik zu – zum Beispiel bei Computertomographen oder Dialysegeräten. Wenn alles den Anforderungen erfüllt sind, sorgt CTC Advanced zudem für die weltweite Anerkennung der Zertifikate.

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