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Corona: Tipps zum Kauf des richtigen Desinfektionsmittels

Tipps von Experten : Was ein gutes Desinfektionsmittel ausmacht

Die Vielzahl von Desinfektionsmitteln, mit denen derzeit das Internet geflutet wird und die alle hervorragend sein sollen, stiftet große Verwirrung. Doch welcher Viren- oder Bakterienkiller ist für was geeignet?

Wer sich wegen der Corona-Epidemie berufsbedingt häufiger am Tag die Hände desinfizieren muss – beispielsweise Verkäuferinnen in Supermärkten – hat die Qual der Wahl. Für sie hat der Hautarzt und Landesvorsitzende Saar des Bundesverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD), Dr. Micha Meeth, einen Rat. „Halten Sie sich bei der Wahl Ihres Desinfektionsmittels an das Robert-Koch-Institut. Wenn es dort gelistet ist, kann man es bedenkenlos benutzen.“ Weitere Listen führt der Verbund für angewandte Hygiene (VAH) und der Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO).

 Einen weiteren Anhaltspunkt bietet die Verordnung über Biozidprodukte (BPR). Dort werden die Desinfektionsmittel in sechs Produkttypen (PT)-Klassen eingeteilt. Mittel für die Haut- und Kopfhaut-Desinfektion müssen mit PT 1 gekennzeichnet sein, PT 2 ist für Flächen, Möbel oder Stoffe, PT 3 für Desinfektionsmittel im Veterinärbereich, PT 4 für den Lebensmittel- und PT 5 für den Trinkwasser-Bereich. Eine wichtige Kennzahl ist auch, wie hoch der Prozentanteil der durch das Desinfektionsmittel vernichteten Keime ist. Sie wird in log-Stufen angegeben. Bei der 1-log-Stufe ist eine Abtötung von 90 Prozent sichergestellt, bei 5-log-Stufen sind es 99,999 Prozent. Auch die Zeit, bis die Rezeptur diesen Effekt voll entfaltet (Einwirkzeit), sollte vom Hersteller angegeben werden – ebenso die empfohlene Konzentration. Soll ein Mittel gegen Viren helfen, muss es als viruzid gekennzeichnet sein, bei Bakterien als bakterizid, bei Pilzen als fungizid. Außerdem sollte man bei auf die Haltbarkeit des Desinfektionsmittels achten. Es muss dokumentiert sein, wie lange es generell, aber auch nach dem ersten Gebrauch haltbar ist. Gibt es hier keine verlässlichen Hersteller-Angaben, sollte man die Finger davonlassen. Ansonsten gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.