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Corona: Brief an Hans zur schweren Lage der Gaststätten im Saarland

Gesamte Branche ist gefährdet : Saarländisches Gastgewerbe schickt Hilferuf an Tobias Hans

Die Corona-Schutzmaßnahmen treffen die saarländischen Hotels und Gaststätten besonders hart. Trotz der Lockerungen, auf die sich Bund und Länder am Mittwoch geeinigt haben, bleiben die Betriebe auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Gudrun Pink, Präsidentin des saarländischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), hat sich nun in einem offenen Brief an Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gewandt, um auf die Folgen für die Branche aufmerksam zu machen.

„Kein Unternehmen verkraftet es, wenn der Umsatz für mehrere Monate zu 100 Prozent wegfällt“, schreibt Pink. Die Betriebe seien die ersten gewesen, „die geschlossen wurden, und werden die letzten sein, die wieder öffnen dürfen“. Zudem könnten die Wirte nicht mit „Nachholeffekten“ rechnen, wenn die Maßnahmen irgendwann gelockert würden.

Pink appelliert an die Politik, die Betriebe im Einzelnen zu betrachten. „Wir können nicht akzeptieren, dass unsere Branche beziehungsweise die Gefahren, die in ihr gesehen werden, schlagwortartig auf den Skizirkus in Ischgl, das Starkbierfest in Tirschenreuth oder den Karneval in Heinsberg reduziert werden“, so Pink. Die Dehoga-Präsidentin fordert stattdessen „differenzierte Regelungen für eine sukzessive Wiedereröffnung“. Schutzmaßnahmen müssten medizinisch begründet sein, „unabhängig davon, ob sie von einem ‚Einzelhändler’ oder von einem ‚Gasthaus’ umgesetzt werden“.

Pink fordert, einen staatlichen Rettungsfonds einzurichten. Darüber hinaus erneuert die Dehoga-Präsidentin ihre Forderung nach einem auf sieben Prozent reduzierten Mehrwertsteuersatz für die gesamte Branche, wie er für Lieferdienste bereits seit längerem gilt. Zudem seien Änderungen beim Kurzarbeitergeld notwendig. Viele Betriebe könnten die Vorleistungen dazu nicht erbringen, so Pink. Das sei besonders beim Thema Azubis gravierend, da deren Löhne sechs Wochen lang von den Betrieben weitergezahlt werden müssten, bevor sie Kurzarbeitergeld erhielten.