Busfahrerstreik im Saarland: Zweite Woche im Ausstand

Tarifstreit im Saarland : Busfahrerstreik geht jetzt in die zweite Woche

Trotz des Angebots der Arbeitgeber, die abgebrochenen Tarifverhandlungen wieder fortzuführen, bleiben die meisten Busse im Depot. Etwas entspannter soll die Lage in Saarbrücken sein.

Seit knapp zwei Wochen sind die Busfahrer der kommunalen Betriebe in Saarlouis, Völklingen, Neunkirchen und Saarbrücken jetzt schon im Ausstand. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigte an, den Streik fortzusetzen, obwohl die Verhandlungsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) am Freitag (4. Oktober) eine Wiederaufnahme der gestoppten Tarifverhandlungen angeboten haben. Diese sollen am Dienstag, 8. Oktober, fortgeführt werden.

Da nach Verdi-Angaben der Arbeitnehmerseite jedoch nicht klar ist, was die Arbeitgeber anbieten, bleibe es bei dem Ausstand. Sollte sich herausstellen, dass es zu einem Abschluss kommt, könnte umgehend in einer Urabstimmung über das Ende des unbefristeten Streiks abgestimmt werden.

In Saarbrücken soll sich nach Auskunft der städtischen Saarbahn-Gesellschaft seit Samstag die Lage auf einigen Strecken entspannt haben. So gibt das kommunale Unternehmen auf seiner Internetseite an, dass „einzelne Verbindungen sowie Linien zu Hochschulen“ wieder bedient werden. PrivateSubunternehmen sollen diese Strecken fahren. Die Saarbahn selbst sei nach wie vor nicht von dem Streik betroffen. Allerdings sei weiterhin nicht auszuschließen, dass es „zu Verspätungen und einzelnen Fahrtausfällen“ wegen Auswirkungen des Streiks kommt. Denn nach Verdi-Auskunft sei zwar der Großteil der Streikenden Busfahrer. Bis zu 750 von ihnen sollen landesweit bei den kommunalen Unternehmen die Arbeit aktuell niedergelegt haben. Aber auch Mitarbeiter in Verwaltungen, Leitstellen sowie Werkstätten seien zum Teil im Ausstand. An die 1000 Streikende wollen die Gewerkschaft gezählt haben.

In Neunkirchen sind nach NVG-Unternehmensangaben bereits seit 28. September einige Linien wieder in Betrieb. Dabei geht es in erster Hinsicht um Anbindungen für Berufspendler.

Die Saarlouiser Verkehrsbetriebe (KVS) machen zurzeit keine detaillierten Angaben über streikbedingte Ausfälle beziehungsweise Notfahrpläne. Es wird lediglich auf „einzelne durch Subunternehmer gefahrene Linien“ allgemein hingewiesen.

In Völklingen (VVB) verweist der Betreiber lediglich auf Hinweise in den Medien und bei Facebook zum Streikverlauf.

Generell entspannte sich die Lage, die allerdings nichts mit dem Verhandlungsgeschick der Tarifparteien zu tun hat: Seit Freitag gibt es im Saarland Herbstferien. Die Schulbusse waren ebenfalls vom Ausstand betroffen. Verdi bot an, in Rücksprache mit den Betriebsräten vor Ort private Busfahrer auf diesen Strecken einzusetzen. Doch auch hier kam es zu Auseinandersetzungen, ob damit eventuell der Streik von Arbeitgebern auf anderen Linien untergraben werde. Das vermuteten Gewerkschafter. Gegen diesen Vorwurf wehrten sich die Unternehmenschefs vehement.

Unterdessen hat ein Saarbrücker eine Online-Petition gestartet. Damit will er ein rasches Ende des Streiks bei den kommunalen Dienstleistern erreichen. Private Busbetreiber sind nicht betroffen, da sie derzeit nicht in Tarifverhandlungen sind.

Die Gespräche der Arbeitnehmervertreter der kommunalen Betriebe und deren Arbeitgeber waren wegen an bislang unüberbrückbarer Meinungsunterschiede zur geforderten höheren Gehältern gescheitert. Insbesondere was die Laufzeit der neuen Tarifverträge betrifft, herrscht Uneinigkeit. Im Grunde geht es um 427 Euro mehr Lohn im Monat.

www.saarbahn.de

www.nvg-neunkirchen.de

www.kvs.de

www.vvb.swvk.de

Mehr von Saarbrücker Zeitung