Busfahrer streiken im Saarland auch am Mittwoch

Tarifrunde im ÖPNV : Bus-Streik hält Saarland weiterhin in Atem

Auf Pendler und Schüler im Saarland wartet heute erneut Stress: Viele Busfahrer streiken.

Seit Dienstag streiken die Mitarbeiter der vier kommunalen Verkehrsbetriebe im Saarland. Der Großteil der Busse in Saarbrücken, Völklingen, Neunkirchen und Saarlouis blieb damit in den Depots. Die rund 1000 Beschäftigten wollen auch am heutigen Mittwoch die Arbeit niederlegen. Betroffen seien auch wieder viele Schulbusse, hieß es. Im Laufe des Tages soll es zudem eine Urabstimmung geben. Stimmen 75 Prozent zu, werde man in den unbefristeten Erzwingungsstreik übergehen, kündigte die Gewerkschaft Verdi am Abend an. Die Menschen im Saarland, die auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen sind, müssen sich also auch weiterhin auf Ausfälle einstellen.

„Die Beschäftigten beweisen, dass sie sich nicht mit schlechten Angeboten verramschen lassen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Christian Umlauf. Die Gewerkschaft fordert ein Entgeldplus von 427 Euro. Neu eingestellte Busfahrer bekämen dann 2800 Euro brutto monatlich. Uneinig sind sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, wie schnell die Löhne auf dieses Niveau steigen. Während der Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV) eine Umsetzung innerhalb von fünf Jahren anbietet, ein Plus von 3,6 Prozent pro Jahr, will sich die Gewerkschaft nur auf zweieinhalb Jahre einlassen, was einem Plus von 7,2 Prozent pro Jahr entspräche. Auf der Basis „werden wir uns nicht einig“, sagte Barbara Beckmann-Roh, Geschäftsführerin des KAV. Beide Seiten sehen die Politik gefordert. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) verwies in der Landespressekonferenz auf die Tarifautonomie. Für Donnerstag hat Verdi Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), Vertreter von Fridays for Future, Bürgermeister, Landräte und weitere Akteure zu einem runden Tisch zur Finanzierung des ÖPNV im Saarland eingeladen. Auch die beiden Verhandlungsführer Umlauf und Beckmann-Roh haben die Teilnahme zugesagt.