Busfahrer-Streik: Verdi rechnet Donnerstag mit Wiederaufnahme vom Betrieb

Kostenpflichtiger Inhalt: Busfahrer im Saarland stimmen über Streik-Ende ab : Verantwortliche rechnen zum Betriebsstart mit Anlaufschwierigkeiten

Drei Wochen Ausstand bei den kommunalen Betrieben hinterlassen Spuren. Das macht sich wohl bei einer wahrscheinlichen Wiederaufnahme des Betriebs am Donnerstag (17. Oktober) bemerkbar.

Nachdem sich Dienstagabend die Verhandlungsführer der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sowie des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV) auf ein Tarifergebnis für saarländische Busfahrer geeinigt haben, stimmen am Mittwoch die Streikenden über eine Annahme ab. Damit der neue Tarif gelten kann, müssen mindestens 25 Prozent dafür sein. Nach Auskunft eines Verdi-Sprechers wird mit einem Ergebnis am Nachmittag gerechnet.

Beide Tarifparteien rechnen damit, dass die Busfahrer der kommunalen Betriebe dafür stimmen. Dann ist der bereits drei Wochen dauernde unbefristete Ausstand beendet. Eine Wiederaufnahme der Fahrten in Saarlouis, Saarbrücken, Neunkirchen und Völklingen planen die Beteiligten für Donnerstag. Allerdings heißt es aus Gewerkschaftskreisen, dass mit einem regulären Fahrdienst voraussichtlich erst am Freitag zu rechnen ist. Der Grund dafür: Nach dem langen Streik müssten zuerst Einsatzpläne erstellt werden. Außerdem standen die Busse drei Wochen still, so dass sie erst in den Werkstätten gewartet werden müssten, sagt Verdi-Sprecher Dennis Dacke. Es werde folglich am Donnerstag noch nicht reibungslos laufen, sollten die Busfahrer für den ausgehandelten Tarif und damit für ein sofortiges Streik-Ende stimmen. Außerdem hatten in dieser Zeit auch die Mitarbeiter in den Werkstätten ihre Arbeit niedergelegt.

So geht auch Ulrike Reimann davon aus, dass es dauern würde, bis alle Busse in Saarbrücken wieder auf der Strecke sind. Die Pressesprecherin der kommunalen Saarbahn-Gesellschaft, die für 130 Busse verantwortlich ist: „Da auch die Werkstätten in den letzten drei Wochen bestreikt wurden und somit keine korrekte Wartung der Busse erfolgte, muss damit gerechnet werden, dass nicht alle Fahrzeuge fahrbereit sind.“ Es könne daher vereinzelt zu Verspätungen kommen, sollte der Streik wie erwartet beendet werden.

Unterdessen verbreiteten Kritiker des Ausstands die Vermutung, dass einige Busse nicht fahrbereit sind, weil zu Streikbeginn Busfahrer absichtlich die Lichter an Fahrzeugen brennen ließen. Reimann dazu: „Ich kann und will nicht glauben, dass dies mit Absicht geschah, höchstens im Eifer des Gefechts.“ Sabotage schließe sie somit aus.

Die Einigung von Verdi und KAV sieht für die rund 100 Beschäftigten folgendes vor: rückwirkend zum 1. Juni mehr Lohn. Eine Steigerung des Gehalts um insgesamt 427 Euro (plus 18 Prozent) erfolgt in mehreren Schritten. Die Laufzeit endet am 30. Mai 2023. Zuletzt hatten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber um die Laufzeit des neuen Tarifvertrags gestritten. Verdi-Vertreter sprechen von einem ordentlichen Ergebnis. Der KAV wertet es als eines, das über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Verkehrsbetriebe hinausgehe.

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