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Bosch fordert weitere Zugeständnisse zur Absicherung Werks in Homburg

Bosch Homburg : Bosch-Mitarbeiter protestieren gegen Arbeitszeit-Verkürzung

Bosch-Mitarbeiter haben am Mittwoch gegen eine geplante Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit im Werk auf 32 Stunden ohne Lohnausgleich protestiert. Diese Maßnahme soll nach dem Willen des Unternehmens für fünf Jahre gelten und ist Teil laufender Verhandlungen zur Zukunft des Standortes.

Nach Angaben des Betriebsrates werden diese Forderungen im Gegenzug für die Zusage der Herstellung neuer Produkte am saarländischen Standort erhoben. Solche neuen Produkte fordert der Betriebsrat schon mehrere Jahre. Zu sehen sei dagegen ein sich ständig fortsetzender Personalabbau.

Bosch-Pressesprecher Tim Stegentritt hält die geplanten Maßnahmen für unausweichlich, um dem Homburger Werk auch langfristig eine gesicherte Perspektive zu geben. Man müsse die Strukturen anpassen, denn die von Bosch und der Autoindustrie getroffenen Einschätzungen zur weiteren Entwicklung der weltweiten Automobilproduktion hätten sich als falsch herausgestellt. Man habe mit einem Wachstum in den kommenden fünf Jahren gerechnet, das Gegenteil sei der Fall. Derzeit würden pro Jahr weltweit 90 Millionen Einheiten an Pkw und Kleinlastwagen produziert. Ursprünglich habe man mit 110 Millionen im Jahr 2025 gerechnet. „Wir sehen dieses Wachstum jedoch nicht, sondern gehen bis ins Jahr 2025 von einer Stagnation aus“, so Stegentritt. Die Vorleistungen für ein wachsendes Marktvolumen seien an den Standorten getroffen worden, nur komme das Wachstum nicht. Ein weiteres Problem sei der weiter zurückgehende Diesel-Anteil an wichtigen Märkten wie Europa und Indien.

Stegentritt verweist auch darauf, dass zudem jetzt schon mit Altersteilzeit und Vorruhestands-Regelungen versucht werde, auf die Markt-Entwicklungen zu reagieren. Das Werk Homburg habe eine Zukunftsperspektive mit neuen Produkten wie den Komponenten für die Brennstoffzelle, die Beschäftigung werde jedoch auch weiterhin abnehmen. Auch andere Bosch-Standorte wie Stuttgart-Feuerbach und Bamberg seien aufgerufen, Strukturen anzupassen.