Bosch-Betriebsrat rechnet mit weiterem Stellenabbau - auch Homburg könnte betroffen sein

Verschärfung des Sparkurses : Bosch-Betriebsrat geht von weiterem Jobabbau aus

Der Autozulieferer Bosch will nach Angaben des Betriebsrats noch an weiteren Standorten Stellen streichen. Insgesamt gehe es nach aktuellem Stand um 3300 Stellen im Automobilbereich in den kommenden zwei Jahren, sagte Gesamtbetriebsratschef Hartwig Geisel am Mittwoch in Stuttgart.

Bosch hatte bisher nach und nach den Abbau von insgesamt 2840 Stellen an drei Standorten in Baden-Württemberg sowie einem in Bremen angekündigt. Die neue Zahl bestätigte das Unternehmen nicht. Auch zu der Frage, ob das Werk in Homburg betroffen sein könnte, wurden keine Angaben gemacht. „Mir sind zu Homburg keine Neuigkeiten bekannt“, sagte ein Sprecher des dortigen Standorts auf SZ-Anfrage. „Wir haben nichts gehört von einem Stellenabbau, der über die bereits bekanntgegebenen Pläne hinausgeht“, sagte auch der Bosch-Betriebsrats-Vorsitzende in Homburg, Oliver Simon.

Geisel sagte, Bosch fahre derzeit in Deutschland einen harten Sparkurs und riskiere eine Spaltung der Belegschaft. In den vergangenen zwei Jahren seien bereits 2500 Stellen abgebaut worden. Die 3300, darunter die schon bekannten, kämen nun hinzu. Bosch wolle zudem jede fünfte Führungskraft im Bereich der Verbrenner-Technik einsparen und die Zahl der 40-Stunden-Verträge deutlich reduzieren.

„Wir selber haben auch keinen Überblick. Das Unternehmen gibt uns das scheibchenweise bekannt“, kritisierte Geisel. Die Zahl 3300 habe eine aktuelle Abfrage bei den Betriebsräten der deutschen Standorte ergeben. Er befürchte, dass man in den kommenden Monaten noch mit weiteren Zahlen konfrontiert werde, sagte der Gesamtbetriebsratschef.

Ein Bosch-Sprecher sagte, man führe derzeit an diversen Standorten Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, wie man mit der Transformation in der Autoindustrie umgehen könne. Er verwies auf Bamberg, wo vergangene Woche eine Vereinbarung zur Standortsicherung ausgehandelt worden war.