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Bilanz der Sparkassen Finanzgruppe Saarland für das Geschäftsjahr 2020

Nachhaltige Anlage : LBS bringt 2022 einen grünen Bausparvertrag auf den Markt

Die Sparkassen Finanzgruppe mit SaarLB, LBS und Saarland-Versicherungen konnte trotz Corona in einigen Marktbereichen Rekordzuwächse erreichen.

Die Landesbausparkasse (LBS) im Saarland gehört deutschlandweit zu den ersten, die einen grünen Baussparvertrag auf den Markt bringen. Sascha Matheis, Sprecher der Geschäftsleitung, kündigte auf der Verbund-Pressekonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe am Freitag den Start des neuen Produktes für 2022 an. Bausparverträge seien immer wohnwirtschaftlich gebunden. Der neue grüne Bausparvertrag solle vor allem nachhaltige Maßnahmen ermöglichen wie etwa eine Dachbegrünung oder Dämmung am Haus. Es sei generell zu beobachten, dass sich immer mehr Fördermaßnahmen im Kreditbereich an nachhaltigen Zielen orientieren. Gleichzeitig werde dies zu günstigen Zinssätzen ermöglicht. „Wir übertragen dieses Prinzip auf das Bausparen“, betont Matheis.

Das neue Produkt könne erst 2022 an den Start gehen, da zuvor noch die Bundesaufsicht für das Finanzwesen (Bafin) in Bonn die Einzelheiten prüfe. Ein solches Verfahren dauere in der Regel bis zu neun Monate. Auch die Präsidentin des Sparkassenverbandes Saar, Cornelia Hoffmann-Bethscheider, setzt stärker auf den Trend der Nachhaltigkeit. „Wir unterstützen den nachhaltigen Wandel der Wirtschaft durch eine passende Auswahl zum Beispiel an Wertpapieren.“ Auch Kundinnen und Kunden könnten Nachhaltigkeit unterstützen, „indem sie bei Vorsorge und Vermögensaufbau gezielt solche Geldanlagen auswählen oder ihrem Portfolio beimischen“. Anbieter aus dem Verbund der Sparkassen-Finanzgruppe verfügten über immer mehr Angebote in diesem Bereich.

Dass die Saarländerinnen und Saarländer mangels Gelegenheiten während des Corona-Lockdowns weniger Geld ausgegeben haben, hat sich im Gegenzug positiv bei den sechs saarländischen Sparkassen ausgewirkt. Denn die Menschen haben ihr Geld auf die Bank getragen. Die Kundeneinlagen erreichten in einigen Bereichen neue Rekorde, berichtet Hoffmann-Bethscheider. So wuchsen die Kundeneinlagen im Geschäftsjahr 2020 um 1,11 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamteinlagen der Kundinnen und Kunden erhöhten sich so um 8,2 Prozent auf 14,64 Milliarden Euro. Die Bilanzsummen der sechs Sparkassen wuchsen im selben Zeitraum um 820 Millionen Euro auf 19,81 Milliarden Euro (plus 4,3 Prozent).

Hans-Werner Sander, seit 2007 Landesobmann der Saar-Sparkassen, verweist darauf, dass die sechs Sparkassen zusammen Unternehmens- und Privatkunden zur Überbrückung der Corona-Krise Stundungen in einer Gesamthöhe von rund 100 Millionen Euro gewährt haben. Generell müssten auch die Sparkassen Kosten senken. Im Personalbereich werde dies vor allem durch die natürliche Fluktuation und im Zeitalter der Digitalisierung durch die vereinzelte Reduzierung von Personal gewährleistet. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen. Auch rechnet der Sparkassenverband derzeit nicht mit weiteren Fusionen.