Betriebsversammlung bei Saarstahl mit mehr Details zum Sparprogramm

Kostenpflichtiger Inhalt: Stahlindustrie in der Krise : Heute erfahren Saarstahl-Mitarbeiter mehr über das Sparprogramm

Die Mitarbeiter von Saarstahl kommen heute zu einer außerordentlichen Betriebsversammlung zusammen. Das große Thema ist das Sparprogramm.

Heute Mittag ist Saarstahl dran, am Montag dann die Dillinger Hütte. Auf außerordentlichen Betriebsversammlungen sollen den Belegschaften die nächsten Schritte im großen Sparprogramm vorgestellt werden. Im Vorfeld schweigt sich das Unternehmen über Details aus. „Wir haben einen Zwischenstand erreicht“, sagte eine Sprecherin der Stahlholding Saar (SHS) der SZ. Um diesen Zwischenstand gehe es auf der Versammlung. So sei zum Beispiel in den vergangenen Wochen erarbeitet worden, in welchen Bereichen wie viele Stellen wegfallen sollen, sagte die Sprecherin. Die weiteren konkreten Schritte würden in den Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat besprochen.

Ende September hatte der Vorstand angekündigt, bei Saarstahl und Dillinger Hütte 1500 Arbeitsplätze abzubauen und 1000 Stellen auszulagern. Insgesamt sollen 250 Millionen Euro eingespart werden, davon 100 Millionen bei den Personal- und 150 Millionen bei den Sachkosten. Nach Darstellung des Betriebsratsvorsitzenden der Dillinger Hütte, Michael Fischer, sollen zwei Drittel der Einsparungen bei den Kosten fürs Personal von der Dillinger Hütte kommen, ein Drittel von Saarstahl.

Im Dezember waren Betriebsvereinbarungen verkündet worden, wonach bis zu 1400 ältere Mitarbeiter den Konzern freiwillig verlassen oder in Altersteilzeit gehen sollen. Befristet Beschäftigte, deren Vertrag zum Jahresende auslief, sollten in eine eigens gegründete Transfergesellschaft überstellt werden. Betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen. Laut Fischer sollen für die Auslagerung der 1000 Stellen Tochterfirmen gegründet werden. Um die Sachkosten zu senken, geht der Stahlkonzern unter anderem auf seine Zulieferer zu, um von ihnen einen „Krisenrabatt“ zu bekommen.

Die saarländische Stahlindustrie ächzt unter einer Fülle von Problemen und Belastungen: unter anderem durch BilligstahlKonkurrenz vor allem aus China, immer schärferen internationalen Wettbewerb, Umweltauflagen, künftige Klimaschutzanforderungen, hohe Energie- und Personalkosten und rückläufige Aufträge aus der schwächelnden Autoindustrie. Die Folge sind hohe Verluste bei Saarstahl und Dillinger Hütte. Wie hoch sie sind, wird am 24. März bekanntgegeben. Als Konsequenz hat der Vorstand den Sparkurs beschlossen.