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Besitzer von 3D-Druckern im Saarland sollen Schutzmasken gegen Corona herstellen

Kostenpflichtiger Inhalt: Kampf gegen Coronavirus : Wie 3D-Drucker Saar-Kliniken helfen sollen

Ein Saarländer sucht Druckerbesitzer, um gemeinsam Atemmasken und andere knappe Güter zu fertigen.

Als Folge der Corona-Pandemie drohen in saarländischen Krankenhäusern und Arztpraxen Materialengpässe. Besonders Atemschutzmasken werden vielerorts knapp. Um dem entgegenzuwirken, geht ein Unternehmer aus dem Saarland jetzt einen ungewöhnlichen Weg. Alexander Petto, Inhaber des 3D-Druckanbieters Saarpricom mit Sitz in Merchweiler, ruft Besitzer von 3D-Druckern auf, sich zusammenzuschließen und dringend nötigen Bedarf in Eigenregie anzufertigen. „In Italien, Frankreich und Spanien haben sich bereits solche sogenannten Maker-Bewegungen zusammengeschlossen. Nur ist das in diesen Ländern meiner Meinung nach zu spät passiert“, berichtet Petto.

Im Saarland gebe es „unheimlich viele Leute, die 3D-Drucker zu Hause haben“, sagt der gebürtige Saarbrücker. „Wenn man die in Datenbanken zusammenführen würde, könnte man sehr viel machen.“ Er habe nun damit begonnen, eine solche Datenbank anzulegen. Bereits am ersten Tag der Aktion hätten sich 35 Saarländer bei ihm gemeldet. „Da manche auch mehrere Geräte besitzen, sollten wir jetzt schon rund 50 Drucker zur Verfügung haben.“ Laut Petto werden von den Teilnehmern lediglich Kontaktname, Mailadresse, Menge der Drucker und die Bauraumgröße gespeichert. „Sobald die Krise vorüber ist, wird die Datenbank wieder gelöscht. Wir nutzen sie nicht für Werbung oder Ähnliches.“

Wer sich bei Saarpricom meldet, bekommt die nötigen Pläne im passenden Dateiformat geschickt. Dabei handelt es sich nicht nur um Muster für Atemmasken, sondern auch um andere Gegenstände, die eine Ausbreitung des Coronavirus bremsen könnten. Ein Beispiel ist ein einfaches Werkzeug, mit dem Türen geöffnet werden können, ohne die Klinke berühren zu müssen. „Das kann mit einem handelsüblichen Drucker in 30 Minuten gedruckt werden“, sagt Petto. Die Vorlagen würden zum Teil von Nutzergemeinschaften, teilweise aber auch von den Herstellern der Geräte selbst zur Verfügung gestellt, erklärt der 43-Jährige.

Wie die fertigen Teile dann eingesammelt und wem genau sie zur Verfügung gestellt werden sollen, sei derzeit noch nicht klar, sagt der Geschäftsführer. „Wir erstellen jetzt erst mal die Datenbank und schauen dann, was machbar ist. Es geht hier auch um Hilfe zur Selbsthilfe.“

Die saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG) zeigt sich grundsätzlich von der Idee angetan. „Natürlich ist im Moment alles gut, was uns weiterhilft“, sagt SKG-Geschäftsführer Dr. Thomas Jakobs. Besonders bei den Schutzmasken herrsche vielerorts „ein Mangel, den wir uns so vorher nicht vorstellen konnten“. Etablierte Lieferketten seien zum Teil zusammengebrochen, die Preise mitunter massiv gestiegen, berichtet Jakobs. „Wir sind generell sehr dankbar, wie viele Menschen im Saarland helfen wollen und wie viele dabei kreativ tätig werden.“

Besonders Atemmasken unterlägen allerdings strengen Qualitätsbestimmungen, gibt der SKG-Geschäftsführer zu bedenken. „Ich würde die Leute daher bitten, uns ein bis zwei Exemplare zur Verfügung zu stellen, bevor sie mit der Produktion beginnen“, sagt Jakobs. „Wenn sich herausstellt, dass das taugliches Material ist und die Kosten im Rahmen sind, ist das für uns mit Sicherheit eine interessante Idee.“

Alexander Petto hat sich inzwischen an die SKG gewandt. Dort werde der Bedarf derzeit geprüft, sagt der Saarpricom-Geschäftsführer.

Wer einen 3D-Drucker sein Eigen nennt und sich an der Aktion beteiligen will, erreicht Saarpricom unter der Telefonnummer (0 68 25) 9 87 91 50, per Nachricht auf der Facebook-Seite des Unternehmens oder per E-Mail an info@saarpri.com.

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