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Berufsakademien im Saarland öffnen wieder für Abschlussjahrgänge

Prüfungen von IHK und HWK finden statt : Wie es für Saar-Berufsschüler weitergeht

Während der Unterricht für viele weiter digital stattfindet, werden Abschlussjahrgänge ab heute wieder vor Ort unterrichtet.

Wer im Saarland derzeit eine Aus- oder Weiterbildung absolviert, braucht vor allem eines: eine gute Internetverbindung. Denn durch die Corona-Beschränkungen sind die Berufsschulen und Ausbildungsstätten im ganzen Land geschlossen, der Unterricht findet überall nur digital statt. Das soll sich zumindest für diejenigen, die kurz vor dem Abschluss stehen, am heutigen Montag ändern. Denn wie Bund und Länder Mitte April beschlossen haben, sollen diese Schüler wieder vor Ort unterrichtet werden.

Da dabei strenge Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden müssen, bringt die Öffnung für die Bildungseinrichtungen viel Aufwand mit sich. „Die Gruppen werden in zwei, statt wie bisher in einem Raum unterrichtet“, sagt etwa Doris Oberleuck, Handlungsbevollmächtigte im Berufsförderungswerk Saarland (BFW). Die Vorträge der Dozenten würden per Kamera in den zweiten Raum übertragen.

Ungeachtet der Herausforderungen wird der theoretische und praktische Unterricht am BFW für die Abschlussjahrgänge ab heute wieder vor Ort stattfinden. Die anderen Klassen müssten zunächst weiterhin mit den digitalen Lernangeboten des BFW vorliebnehmen, sagt Oberleuck. „Die Praxis müssen sie später nachholen.“ Eine grundsätzliche Maskenpflicht besteht für die Schüler laut Oberleuck nicht. „Wir empfehlen das Tragen aber außerhalb der Räume, zum Beispiel bei Toilettengängen.“

Die Meister- und Technikerschule der saarländischen Handwerkskammer (HWK) hat ihre Pforten ebenfalls wieder geöffnet. „Für diejenigen, die kurz vor einem Abschluss stehen, geht es wieder los“, sagt HWK-Geschäftsführer Stefan Gerhard. Die anderen Schüler sollen „schrittweise“ folgen. Um die Abstandsregeln einzuhalten, sei die Klassengröße reduziert worden, erklärt Gerhard. Um den Unterricht dennoch zu gewährleisten, müssten die Kurse anderer Jahrgänge zunächst verschoben werden. Die überbetriebliche Lehrlingsausbildung soll für den Abschlussjahrgang ebenfalls heute wieder starten. Im Gebäude der HWK gilt generell Maskenpflicht. „Im Unterricht kann man sie ablegen, wenn die zwei Meter Abstand gewährleistet sind“, sagt Gerhard.

Auch die ersten mündlichen und praktischen Prüfungen der saarländischen Industrie- und Handelskammer (IHK) sollen noch im Mai stattfinden. „Wir beginnen Ende des Monats mit den Lagerberufen und dem Hotel- und Gaststättengewerbe“, erklärt IHK-Prüfungsleiter Klaus Schmitt. Die schriftlichen Abschlussprüfungen in gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen hatte die Kammer bereits im Vorfeld auf den Juni verschoben.

Die ohnehin für den Juni geplanten Weiterbildungs- und Industriemeister-Prüfungen sollen laut dem zuständigen Bereichsleiter Jürgen Tilk regulär abgehalten werden. „Im Anschluss folgen die Prüfungen, die im Frühjahr verschoben werden mussten“, sagt Tilk.

Um die Abstandsregeln einhalten zu können, „werden wir Räume anmieten und die Prüfungen an mehreren Tagen abhalten müssen“, ergänzt Klaus Schmitt. Mit Ausnahme von Berufen, bei denen sie ohnehin vorgeschrieben sind, wie etwa im Labor, bestehe keine grundsätzliche Verpflichtung zum Tragen von Masken.

Saarländische Maler und Lackierer konnten ihre Gesellenprüfungen bereits in der vergangenen Woche ablegen. Laut HWK sollen heute die Meisterprüfungen für Installateure und Heizungsbauer sowie am Dienstag die Gesellenprüfungen der Kaufleute für Büromanagement im Handwerk folgen. „Zum Schutz der Prüflinge und der Prüfer besteht bei den Prüfungen in den Gebäuden der Handwerkskammer die Pflicht, Gesichtsmasken zu tragen“, erklärt ein Sprecher. Diese würden bei Bedarf von der HWK zur Verfügung gestellt, 5000 Masken seien bereits angeschafft worden.