BDEW: Zahl der Ladepunkte für E-Autos um 75 Prozent gestiegen

Kostenpflichtiger Inhalt: Elektromobilität : Viel mehr Ladesäulen für Elektroautos im Saarland

Die saarländischen Stadtwerke rechnen mit einem weiteren raschen Ausbau des Netzes von Ladepunkten für Elektroautos.

Im Saarland ist die Zahl der Ladepunkte für Elektroautos deutlich gestiegen. Nach Zahlen des Energiewirtschafts-Verbands BDEW (Stand: Mitte Dezember) können Autofahrer hierzulande an 121 öffentlich zugänglichen Ladepunkten Strom tanken. Ein Jahr zuvor waren es erst 69. Das bedeutet eine Zunahme um drei Viertel. Insgesamt gibt es nach Zahlen des BDEW bundesweit rund 24 000 öffentliche Ladepunkte – das sind fast die Hälfte mehr als im Vorjahr.

Der Anstieg soll sich weiter fortsetzen. „Die Stadtwerke des Saarlandes gehen von einem ähnlichen Ausbau für 2020 und die Folgejahre aus“, sagte Ralf Levacher, Vorsitzender der Landesgruppe des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) und Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis, am Freitag zur SZ. Für Saarbrücken hat Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Die Zahl der öffentlichen Ladestationen soll bis Ende 2021 auf 150 verzehnfacht werden.

„Alle Stadtwerke im Saarland sind an dem Thema dran“, sagte Levacher. Die kommunalen Unternehmen wollten mit dem Bau von Ladesäulen ihren Teil beitragen, um die Elektromobilität voranzubringen. Zurzeit werden mit Ladesäulen zwar noch rote Zahlen geschrieben. Die Stadtwerke Saarlouis rechnen aber damit, dass sich ihre Investitionen in rund acht bis zehn Jahren amortisieren.

Bisher fahren im Saarland aber nur wenige reine Elektroautos. Nach der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes waren zum 1. Oktober vergangenen Jahres im Saarland 1015 E-Autos unterwegs – 0,15 Prozent aller rund 642 000 zugelassenen Autos.

Die Elektromobilität spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Dafür wird bis 2030 eine Zahl von sieben bis zehn Millionen E-Autos in Deutschland als notwendig angesehen. Die Bundesregierung hatte einen „Masterplan Ladeinfrastruktur“ vorgelegt, mit dem der Ausbau der Ladesäulen beschleunigt werden soll. Ziel ist ein flächendeckendes und kundenfreundliches Ladenetz. „Dem wachsenden Bedarf muss auch die Lade-Infrastruktur gewachsen sein“, sagte Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Der beschleunigte Ausbau von Ladesäulen nur ein Faktor. „Damit die E-Mobilität zum Klimaschutz beiträgt, müssen wir künftig mehr Strom aus Wind und Sonne gewinnen“, sagte sie.

Mitte Dezember hatte es ein Spitzentreffen von Bundesregierung und Energiewirtschaft gegeben. „Unser Ziel ist, dass bald niemand in Deutschland noch sagt: "Ich kaufe mir kein E-Auto, weil ich nicht weiß, wie und wo ich es laden soll"“, hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gesagt. Vereinbart wurde, dass die Energiewirtschaft im kommenden Jahr einen Leitfaden für die Betreiber von Ladeinfrastruktur erstellen soll. Außerdem sollen Genehmigungsverfahren und Prozesse für den Netzanschluss beschleunigt werden.

80 Prozent der Ladevorgänge finden nach Angaben des BDEW zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. „Umso wichtiger ist es, dass im privaten Bereich jetzt endlich die Hürden für den Aufbau von Ladeinfrastruktur abgebaut werden. Das sollte sich die Politik weit oben auf ihre Agenda für das neue Jahr setzen“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae.