Bauer Engineering GmbH eines der 100 innovativsten Betriebe Deutschlands

Saar-Unternehmen gehört zu den Innovativsten in Deutschland : Hightech aus dem Hochwald bei VW gefragt

Die Bauer Engineering GmbH in Wadern ist mit seinen technischen Entwicklungen ein geschätzter Partner für viele Großunternehmen.

Wer sich Türen, Motorhaube oder Heckklappe eines x-beliebigen VW-Modells näher anschaut, der kann davon ausgehen, dass die Produktionsanlagen dieser technischen Komponenten auf den Rechnern der Bauer Engineering GmbH in Wadern für den Autohersteller konstruiert und bis zur Serienreife entwickelt worden sind. Hightech, die aus dem Hochwald kommt. Weil in diesem mittelständischen saarländischen Unternehmen kreative Ingenieure ebenso zielorientiert wie offensichtlich auch erfolgreich arbeiten, hat Bauer Engineering es in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in die Liste der 100 innovativsten Unternehmen Deutschlands geschafft.

Bei der Preisübergabe durch den Mentor des Wettbewerbs, den auch durch die ARD und den WDR  bekannten Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar  in der Frankfurter Jahrhunderthalle, wurde den Wadernern zudem bescheinigt, im Bereich der Falztechnologie weltweit führend zu sein. Industrielles Falzen kann von Hightech-Falzmaschinen oder von beweglichen Robotern übernommen werden. Das in Wadern konstruierte und patentgeschützte Rollfalzwerkzeug könne aber noch mehr: Es sei in der Lage, die Karosserieteile stufenlos und bei weiterlaufenden Transportbändern zu falzen. Außerdem haben die Ingenieure aus dem Hause Bauer Engineering nicht nur die Anlage konstruiert – vielmehr lieferten sie zugleich auch die passende Software dazu. Geschäftsführer Stefan Lieschke nahm das hohe Lob der Jury gerne entgegen.

Man sei schon zum  wiederholten Mal im Eliteclub der „Top 100“ angekommen und darauf natürlich sehr stolz. Angefangen hat alles bereits 1977 mit der Gründung der Bauer Engineering GmbH, die damals eng mit der ThyssenKrupp-Niederlassung (ebenfalls in Wadern-Dagstuhl) kooperiert habe. Die zunächst eigenständig geführten Geschäfte seien dann von 2011 bis 2018 mit dem Tüv als Gesellschafter fortgeführt worden.

Lieschke: „Im vergangenen Jahr stieg dann bei uns der indische Investor Sacha Engineering als alleiniger Gesellschafter ein.“ Heute beschäftigt Bauer Engineering 22 Ingenieure in Wadern und weitere vier am zweiten Standort in München. Die indische Muttergesellschaft in Asien und Europa verfügt über rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Geschäftsführer in Wadern kann mit der Unternehmenshierarchie unter der indischen Mutter gut leben: „Wir sind als Spezialist für Falzanlagen – unserem Alleinstellungsmerkmal – selbst in unserem schwierigen Markt gut aufgestellt.“ Warum spricht er von einem schwierigen Markt? Lieschke: „Seit dem Diesel-Skandal ist in der deutschen Automobilbranche praktisch alles im Umbruch. Bei unserem wichtigsten Kunden, der VW-Gruppe, fokussiert sich derzeit alles auf den Elektromotor. Aber auch bei Daimler Benz, bei Ford (auch im Saarland) und anderen namhaften Autoherstellern, die uns mit innovativen Konstruktionen beauftragen, sucht man nach Motorenkonzepten weg von der Verbrennung fossiler Brennstoffe.“

Dem aus dieser allgemeinen Verunsicherung resultierenden Sparzwang bei der Anlage von neuen Produktionslinien seien schon die ersten privaten Konstruktionsbüros zum Opfer gefallen. „Deshalb sind wir froh, in unserem Markt einen starken Investor aus Indien an unserer Seite zu wissen.“

Die Bauer Engineering GmbH in Wadern hat mittlerweile auch schon vom Netzwerk der innovativsten Unternehmen der Bundesrepublik profitieren können: „Da lernt man sich untereinander und branchenübergreifend kennen, und auf diesem Weg haben wir sogar schon einige Neukunden gewinnen können“, sagt Geschäftsführer Lieschke.

Weil die Auftragsbücher in Wadern gut gefüllt sind, will sich das das Unternehmen auch personell in nächster Zeit verstärken. Vor allem für  qualifizierte Ingenieure, die sich für den Werkzeug- und Anlagenbau interessieren, biete sich eine gute berufliche Entwicklungsperspektive im Unternehmen an.  Auch den eigenen Nachwuchs bildet das Unternehmen selbst aus. Derzeit sei noch ein  Ausbildungsplatz für das kommende Jahr zu vergeben: „Interessenten können sich gerne jetzt schon bei uns melden“, sagt Lieschke. Nicht nur personell will sich das erfolgreiche Unternehmen verstärken, auch räumlich ist eine Erweiterung vorgesehen. So denke man bereits über eine bauliche Alternative zum heutigen Großraumbüro am Standort Wadern nach. „Ob wir unsere Räumlichkeiten hier erweitern oder anderswo neu bauen, ist noch nicht entschieden.“ Aber vieles spricht aus heutiger Sicht dafür, dass eine räumliche Ausdehnung da stattfinden wird, wo man jetzt schon  vertreten ist.

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