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BASaar-Projekt für mehr Arbeitsschutz im Saarland durch Arbeitskammer

Angebot für Beschäftigte und Arbeitgeber : Arbeitskammer berät künftig zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sich künftig zu Fragen der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beraten lassen.

Hierzu hat die Arbeitskammer des Saarlandes das Projekt Beratungsinitiative Arbeitsschutz Saarland (BASaar) ins Leben gerufen. „Wir wollen dazu beitragen, Arbeits- und Gesundheitsschutz vor allem auch in kleinen und mittleren Unternehmen stärker zu etablieren“, sagte der Kammer-Vorstandsvorsitzende Jörg Caspar am Dienstag. Zu den klassischen Themen gehörten die passende Arbeitskleidung, die Lichtverhältnisse im Büro oder die Sitzposition am Schreibtisch. Aber auch psychische Belastungen können laut Arbeitskammer ein gesundheitliches Risiko darstellen.

Das Arbeitsschutzgesetz, das seit 25 Jahren in Kraft ist, soll eigentlich dafür sorgen, dass die Gesundheit von Arbeitnehmern geschützt wird und sie bei der Arbeit sicher sind. Bundesweite sowie saarländische Umfragen zeigen der Arbeitskammer zufolge jedoch, dass diese Anforderungen bei Weitem nicht in allen Unternehmen umgesetzt wurden. Gerade in kleinen und mittleren Betrieben fehlten häufig die notwendigen Strukturen, wie beispielsweise ein eigens im Betrieb angestellter Arbeitsschutzbeauftragter.

Abhilfe möchte die Kammer mit einem neuen Beratungsangebot schaffen. Über die Beratungsstelle für sozialverträgliche Technologiegestaltung (Best) soll Betrieben und Beschäftigten „Hilfe zur Selbsthilfe“ geboten werden. Das Angebot ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt und wird vom Ministerium für Verbraucherschutz gefördert. Die Mitarbeiter sollen unter anderem Erstberatungen anbieten. Dazu findet zunächst ein Gespräch sowie eine Betriebsbegehung statt, um mögliche Themen zu identifizieren. Dann würden mit dem Betrieb peu à peu die weiteren Schritte besprochen, sagt Caspar.

In der Pandemie habe sich gezeigt, dass nur wenige Betriebe Arbeits- und Gesundheitsschutz gewährleisten konnten, erklärte Sebastian Thul (SPD), Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Verbraucherschutz. „Je kleiner der Betrieb, umso weniger waren sie vorbereitet“, sagte er. „Mit unserer Unterstützung schließt die Arbeitskammer eine Lücke im Arbeitsschutz.“

Beschäftigte sollen sich künftig auch zum Thema Berufskrankheiten informieren können. Ein entsprechendes Angebot, bei dem eine Arbeitsmedizinerin oder ein Arbeitsmediziner an zwei festen Terminen im Monat telefonisch zur Verfügung steht, sei in Planung, so die Kammer.