Banken-Tarifverhandlungen ohne Ergebnis abgebrochen

Erfolglose Verhandlungsrunde : Banken-Tarifverhandlungen abgebrochen

Verdi plant nach einer weiteren erfolglosen Verhandlungsrunde neue Warnstreiks.

Die Tarifverhandlungen der Banken-Arbeitgeber und der Gewerkschaft Verdi sind in der Nacht zu Dienstag erfolglos abgebrochen worden. Während die Arbeitgeber von einem verbesserten Angebot sprechen, lehnt die Gewerkschaft auch dieses als unzureichend ab.

„Das Angebot der Arbeitgeber liegt noch immer deutlich unter der Inflationsrate“, sagt Jürgen Grandjot, Landesfachbereichsleiter Finanzdienstleistungen bei Verdi. Es sei nicht akzeptabel, dass die Beschäftigten faktisch Geld verlieren.

Die Arbeitgeber haben beim Gehalt in den aktuellen Verhandlungen bei einer Laufzeit von 36 Monaten eine Erhöhung um 4,1 Prozent in drei Stufen angeboten. Demnach sollen die Mitarbeiter der Institute ab August 1,7 Prozent mehr Gehalt bekommen. Ab August 2020 soll es dann um 1,2 Prozent steigen und ab August 2021 um weitere 1,2 Prozent. Außerdem hätten die Arbeitgeber „umfangreiche Angebote und Lösungsansätze zu verschiedenen Nebenthemen vorgelegt“, teilte die Arbeitgeberorganisation AGV Banken mit.

Verdi wiederum fordert eine Erhöhung der Gehälter von sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich sollen Arbeitnehmer wählen können, ob sie mehr Geld oder freie Zeit haben wollen. Die IG Metall hatte diese Wahlmöglichkeit in ihren jüngsten Tarifverträgen durchgedrückt. Auch fordert die Gewerkschaft einen verbindlichen Anspruch auf Weiterbildung sowie sechs bezahlte Gesundheits- und Entlastungstage pro Jahr. Gerade die letzte Forderung bezeichnen die Arbeitgeber als „weit überzogen“.

„Wir haben uns beim Gehalt deutlich bewegt und Verdi die Hand gereicht für eine umfassende Modernisierung unserer Tarifverträge“, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Karl von Rohr. Insbesondere bei Aus- und Weiterbildung habe es Verbesserungen gegeben. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie eine Gewerkschaft ein solches Zukunfts-Paket ausschlagen kann“, sagte er. Gunar Feth, Vorsitzender der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken und stellvertretender Vorstandschef der Saar-LB ergänzte: „Trotz der schwierigen Lage unserer Branche haben wir auch in dieser Verhandlungsrunde erneut positive Signale gesendet, um endlich zu einem Tarifabschluss zu kommen.“

Vorerst gibt es keinen weiteren Verhandlungstermin. „Wir gehen aber davon aus, dass es noch im Juni die nächste Verhandlungsrunde gibt“, sagt Grandjot. Entsprechende Gespräche fänden statt. Die Gewerkschaft Verdi will ihren Forderungen nun durch weitete Warn- und Tagesstreiks Nachdruck verleihen. Vergangenen Donnerstag waren zahlreiche Bank-Mitarbeiter auf die Straße gegangen.

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