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Bahn plant schnellere Verbindung zwischen Frankfurt und Mannheim

Schnellere Verbindung : Bahn plant neue ICE-Trasse Frankfurt-Mannheim

Die Deutsche Bahn hat am Freitag Pläne für eine schnellere Verbindung zwischen Frankfurt und Mannheim vorgestellt. Die neue Trasse könnte auch für das Saarland Vorteile bringen.

Die Deutsche Bahn plant den Bau einer neuen ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim über Darmstadt. Sie soll weitgehend parallel zu den Autobahnen 5 und 67 verlaufen. Dies gab die Deutsche Bahn am Freitagabend bekannt. Die Züge sollen mit bis zu Tempo 300 unterwegs sein können. Zudem verkürze sich die Fahrzeit zwischen Frankfurt und Mannheim um etwa neun Minuten. Zwischen dem südhessischen Lorsch und Mannheim sollen die Züge künftig auf dem Großteil der Strecke durch Tunnel fahren. Diese Variante schütze Anwohner am besten vor Lärm und binde Darmstadt vollständig an das Personenverkehrsnetz an.

Die neue ICE-Strecke soll die bisherigen Trassen entlasten und für eine schnellere Verbindung zwischen den Regionen um Frankfurt und Mannheim sorgen. Die neue, zweigleisige Trasse ist ungefähr 60 Kilometer lang. Tagsüber sollen Personenzüge auf ihr rollen, nachts Güterzüge. Nach Angaben der Bahn sind die bisherigen Strecken schon vollständig ausgelastet. Prognosen zeigten, dass der Schienenverkehr weiter stark zunehmen wird, insbesondere auf den Nord-Süd-Verbindungen. Das Gebiet zwischen Frankfurt und Mannheim zählt zu den Regionen mit dem höchsten Zugaufkommen in Deutschland, es gilt als Nadelöhr im Schienenverkehr. Es gehe mit der neuen Trasse auch um eine bessere Anbindung an andere Schnellbahnstrecken, etwa Frankfurt-Köln oder Stuttgart-Mannheim. „Die Neubaustrecke Rhein/Main-Rhein/Neckar schließt eine Lücke im deutschen und europäischen Schienenfernverkehrsnetz“, so die Bahn.

Auch für das Saarland kann die neue Trasse Vorteile bringen, da der ICE/TGV Paris-Saarbrücken-Frankfurt auf dieser Strecke verkehrt und sich die Fahrzeit dadurch verkürzen sollte. Schon seit über 20 Jahren wird über Möglichkeiten einer deutlichen Fahrzeitverkürzung zwischen Paris, Saarbrücken und Mannheim diskutiert. Vorschläge eines Tunnels im Pfälzer-Wald, der eine Milliardensumme verschlungen hätte, scheiterten. Zugleich ist eine Beschleunigung der ICE/TGV Strecke im Streckenabschnitt zwischen Saarbrücken und dem lothringischen Baudrecourt Richtung Paris seit Jahrzehnten beschlossen, aber bis heute nicht realisiert.

Ebenfalls lange mit der Bahn diskutiert wurde eine Forderung des ehemaligen Saar-Wirtschaftsministers Hanspeter Georgi gemeinsam mit der Wirtschaft, den ICE von Saarbrücken nach Frankfurt ab Mannheim über eine schon vorhandene Strecke zum Flughafen Frankfurt zu führen und von dort aus zum Frankfurter Hauptbahnhof fahren zu lassen. Dieser Wunsch wurde von der Bahn verworfen. Auch ein bereits 2000 ehrgeizig diskutiertes Projekt, ab Frankfurt eine Trasse Richtung Süddeutschland zu bauen, die den Knotenpunkt Mannheim wegen seiner hohen Verkehrsbelastung umfährt, scheiterte an den Kosten.