Ausfälle bei Vlexx im Saarland und zwischen Saarbrücken und St.Wendel

Kostenpflichtiger Inhalt: Neue Züge, dünnerer Fahrplan : Was auf Bahnkunden im Saarland zukommt

Ab Sonntag gelten in Bund und Land neue Fahrpläne. An der Saar steht ein ausgedünntes Streckennetz moderneren Zügen gegenüber.

Für Bahnkunden wird sich im Saarland, aber auch bundesweit in nächster Zeit einiges ändern. Ab diesem Sonntag (15. Dezember) werden mit der DB Regio AG und der Vlexx GmbH erstmals zwei unterschiedliche Eisenbahnunternehmen im saarländischen Elektro-Netz unterwegs sein. Der saarländische Verkehrsclub warnt indes vor einer weiteren Ausdünnung des Schienennetzes, die Saar-Linke fordert eine zügige Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken. Im Bund wird Bahnfahren auf längeren Strecken etwas günstiger, im Nahverkehr aber wohl eher teurer.

Laut dem saarländischen Verkehrsministerium hat sich auf der Strecke Schweich – Trier – Saarbrücken – Kaiserslautern mit der DB Regio AG die bisherige Betreiberin durchgesetzt. 25 Neufahrzeugen vom Typ Coradia Continental (Baureihe 1440) des Herstellers Alstom sollen dazu an den Start gehen. „Wir verbessern dadurch das Mobilitätsangebot im ÖPNV“, sagte Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD). „Mit der DB Regio haben wir dabei einen verlässlichen Partner. Jetzt muss noch die Vlexx GmbH mit ihren neuen Zügen nachziehen.“

Das Bahnunternehmen Vlexx muss wegen Lieferproblemen beim Hersteller Bombardier länger auf seine Züge für saarländische Strecken warten. Foto: Bombardier

Denn Vlexx, das künftig die Strecken Saarbrücken – Lebach-Jabach, Saarbrücken – Neubrücke, Saarbrücken – Homburg und Homburg – Illingen übernehmen wird, muss vorübergehend auf Ersatzfahrzeuge zurückgreifen. Der Hersteller Bombardier hat mit Produktions- und Lieferschwierigkeiten für die bestellten Talent-3-Züge zu kämpfen (wir berichteten). Um den Ausfall zu kompensieren, will das Verkehrsministerium insgesamt 20 Züge an das Unternehmen vermieten. Bis zum 1. Februar 2020 würden dennoch nur 90 Prozent des Vlexx-Fahrplans angeboten. Fahrgäste können sich laut Ministerium auf der Webseite des Unternehmens darüber informieren, welche Züge fahren.

Wie bereits angekündigt, müssen sich Bahnfahrer auch auf der Linie RB 73 von Saarbrücken über St. Wendel nach Neubrücke auf einen ausgedünnten Fahrplan einstellen. An Samstagen sollen hier 50 Prozent der Züge wegfallen. Der Kritik an den Plänen hat sich nun auch der saarländische Verkehrsclub Deutschland (VCD) angeschlossen. Die Streichung passe „weder zum Anliegen der Verkehrswende noch zum Klimaschutz“, so der VCD. Die Strecke sei gerade am Wochenende wegen des Einkaufs- und Freizeitverkehrs von enormer Bedeutung.

Die saarländische Linkspartei fordert derweil die zügige Umsetzung der Reaktivierung der „Rosseltalbahn“ zwischen Saarbrücken, Gersweiler und Großrosseln und der „Bisttalbahn“ ab Völklingen. Beide Vorhaben sind Teil des Verkehrsentwicklungsplans, den Ministerin Rehlinger Anfang des Monats vorgestellt hatte. Der Regionalverband Saarbrücken müsse sich nun dafür einsetzen, dass die Landesregierung das Projekt vorantreibe und die Restfinanzierung übernehme, so die Forderung. Da beide Strecken reaktivierungswürdig seien, können die Kosten laut Linkspartei zudem zu 60 Prozent vom Bund bezuschusst werden.

Auch bundesweit steht am Sonntag ein Fahrplanwechsel an. Für Bahnkunden im Fernverkehr fällt die übliche Fahrpreiserhöhung in diesem Jahr aus. Schon zum Neujahrstag könnten Fahrkarten hier sogar zehn Prozent günstiger werden – sofern Bundestag und Bundesrat vor Weihnachten die Mehrwertsteuer senken. In jedem Fall aber wird der „Super-Sparpreis“ ab 1. Januar um zwei Euro günstiger. Er beginnt dann bei 17,90 Euro. Im Nahverkehr werden die Fahrpreise jedoch durchschnittlich um 1,7 Prozent steigen. Verbundtarife erhöhen sich teils noch stärker.

www.bahn.de

www.vlexx.de/ens