Ausbau der Windkraft 2019 ausgebremst - Rehlinger macht Altmaier Vorwürfe

Kostenpflichtiger Inhalt: Energiewende : 2019 nur zwei neue Windräder im Saarland

Im Saarland ist wie in ganz Deutschland der Ausbau der Windkraft drastisch zurückgegangen. Das Saar-Wirtschaftsministerium macht dem Bund Vorwürfe.

Der Bau neuer Windräder ist im Saarland im vergangenen Jahr ins Stocken geraten. Nach vorläufigen Zahlen wurden nur zwei neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp sieben Megawatt in Betrieb genommen. Damit war das Saarland Schlusslicht unter den Flächenländern. Im Vorjahr betrug die zugebaute Gesamtleistung 57 Megawatt. Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2018 betrug das Minus beim Bau der Anlagen 2019 fast 89 Prozent. Das ergab eine vorläufige Auswertung durch die Fachagentur Windenergie.

Auch bundesweit kämpft die Branche mit Gegenwind. Nach Angaben der Fachagentur brach der Bau neuer Windräder an Land im vergangenen Jahr in Deutschland auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren ein. Demnach wurden nur 276 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 940 Megawatt in Betrieb genommen. Im Vergleich zum Vorjahr war dies bei der Leistung ein Rückgang von mehr als 60 Prozent, im Vergleich zum Durchschnitt des Zubaus der vergangenen fünf Jahre ein Minus von 77 Prozent.

„Wind und Sonne sind die Energien der Zukunft. Doch der Windkraftausbau ist in den letzten Jahren von der Bundesebene eingebremst worden“, gab die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) am Sonntag auf SZ-Anfrage der Politik in Berlin die Schuld an dem Rückgang. Besonders ein Dorn im Auge sind ihr die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), den Mindestabstand von Windrädern zur Wohnbebauung auf 1000 Meter festzulegen. „Illusorische Abstandsregelungen steigern keineswegs die Akzeptanz, sondern würgen die Energiewende ab“, sagte Rehlinger. Das Saarland werde die von Altmaier geplante Regelung nicht umsetzen.