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Auftrag von Stellantis für Batteriefabrik SVolt in Überherrn und Eiweiler

Fertigung von Elektroauto-Batterien im Saarland : Erster Auftrag für künftige Werke von SVolt in Überherrn und Eiweiler

Mit dem Aufbau der Batterieproduktion im Saarland geht es voran. SVolt hat jetzt mit Stellantis den ersten Großkunden gewonnen. Der Konzern hat einiges vor.

Für das geplante Batteriezellenwerk in Überherrn und die Modul- und Hochvoltspeicherfabrik in Heusweiler-Eiweiler von SVolt gibt es den ersten großen Auftrag. Der Autokonzern Stellantis wolle seine Batterien unter anderem von SVolt beziehen, teilte der chinesische Batteriehersteller am Montag mit. Ab 2025 soll SVolt demnach liefern. Dafür werde das Unternehmen Produktionskapazitäten in China und in Europa, das heißt, im Saarland, nutzen. Zur Größenordnung des Auftrags wollte sich SVolt nicht äußern.

Stellantis war Anfang des Jahres aus dem Zusammenschluss der französischen PSA-Gruppe mit Fiat-Chrysler (FCA) entstanden. Der Konzern mit starken Standbeinen in Europa und Nordamerika führt 14 Marken. Unter ihnen sind Peugeot, Opel,Fiat, Citroën, Chrysler und Dodge. 

Stellantis-Chef Carlos Tavares hatte am Donnerstag angekündigt, bis Mitte des Jahrzehnts mehr als 30 Milliarden Euro in die Elektrifizierung seiner Automodelle zu investieren. Unter anderem sind eine eigene Batterieproduktion und mehrere Plattformen geplant, auf denen dann unterschiedliche Automodelle aufgebaut werden können. Die Reichweite mit einer Batterieladung soll zwischen 500 und 800 Kilometer betragen. Stellantis will sich kaut SVolt auf zwei Batterievarianten konzentrieren: Die eine hat eine hohe Energiedichte und nutzt deshalb auch Kobalt, die andere ist nickelbasiert und kobaltfrei.

SVolt hatte im November vergangenen Jahres angekündigt, im Saarland zwei Milliarden Euro in den Aufbau einer Batterieproduktion investieren und 2000 Arbeitsplätze schaffen zu wollen. Damals warb das Unternehmen auch damit, Batterien ohne Kobalt bauen zu wollen. Die Verwendung des Metalls ist umstritten, da es zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen – oft unter Einsatz von Kinderarbeit – gewonnen wird. Die Batterizell-Herstellung in Überherrn soll 2023 beginnen, die Modul-Herstellung in Eiweiler am früheren Laminate-Park-Standort Mitte kommenden Jahres. Die Fabrik in Überherrn soll 2025 ihre volle Größe erreichen und auf eine Produktionskapazität von Batterien mit einer Gesamtleistung von 24 Gigawattstunden im Jahr kommen. Stellantis beziffert seinen Bedarf laut SVolt mit mehr als 130 Gigawattstunden bis 2025 und 260 Gigawattstunden bis 2030.

Den Bau der Fabrik in Überherrn und die Um- und Neubauten am früheren Laminate-Park-Standort Eiweiler hat die Landesgesellschaft Strukturholding Saar (SHS) für SVolt übernommen. Während das Projekt aus dem Wirtschaftsministerium und der Landespolitik stark unterstützt wird und als Einstieg des Industriestandorts Saarland in das Zukunftssegment Elektromobilität gesehen wird, ist das Vorhaben in Überherrn umstritten. Mitte Juni hatten mehrere hundert Bürger gegen die Ansiedlung protestiert. Gegenargumente sind etwa die Versiegelung von Flächen und der Trinkwasserbedarf der Fabrik. Zurzeit werden für den Bau verschiedene Gutachten unter anderem zu Umweltfragen eingeholt. Die Gutachten sollen Basis für die Baugenehmigung sein. Auch fragten Kritiker, ob SVolt überhaupt Aufträge habe. Zumindest ein Auftrag eines Autokonzerns liegt nach Unternehmensangaben nun vor.