Armin Gehl: Saarland kann Vorreiter in Wasserstoff-Technologie sein

Kostenpflichtiger Inhalt: Wasserstoff-Wirtschaft : Experte: Das Saarland kann Vorreiter sein

Armin Gehl sieht die Chance, in der Entwicklung der Wasserstoff-Antriebstechnik vorne dabei zu sein.

Das Saarland muss seine Chancen besser nutzen, die Arbeitsplätze in der Autoindustrie zu stabilisieren. Das gilt gerade jetzt während des technologischen Übergangs zu neuen Antriebsformen wie der Elektromobilität sowie des Wasserstoffs. Diese Ansicht vertritt Armin Gehl, Vorsitzender der Autoregion, einem Zusammenschluss von rund 200 Mitgliedern aus Autoproduzenten, Zulieferern, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftskammern und der Politik in der Großregion.

Nach Auffassung von Gehl verfügt gerade das Saarland derzeit über gute Rahmenbedingungen, Wasserstoff als Antriebsform der Fahrzeuge gezielt zu fördern. So sei zum Beispiel in der Region innerhalb der kommenden fünf Jahre der Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellen-Netzes geplant. Es soll von Luxemburg, über Merzig, Saarbrücken und Homburg bis Mannheim reichen. In Saarbrücken eröffne voraussichtlich im kommenden Jahr die erste Wasserstofftankstelle. In Saargemünd ist eine solche Tankstelle bereits in Betrieb. Ende 2020 sollen nach den derzeitigen Plänen in der Großregion bereits 200 solcher Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb sein, sagt Gehl.

Das Saarland hat nach Überzeugung von Armin Gehl „erstmals die Chance, bei der Entwicklung einer neuen Antriebstechnologie vorne dabei zu sein“. „Wir wollen als Autoregion unseren Beitrag dazu leisten und legen die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet auch bewusst grenzüberschreitend an, um den zu erwartenden Effekt noch weiter zu erhöhen“, sagt Gehl. Das Saarland müsse alle in diesem Bereich aktiv tätigen im Rahmen eines Gesamtkonzepts an einen Tisch bringen. Den Vorteil von Luxemburg als Partner der Zusammenarbeit sieht Gehl darin, dass dort viel Finanzkraft in der Wirtschaft vorhanden sei und man die überschaubare Fläche des Großherzogtums auch gezielt für Einzelprojekte nutzen könne.

Nach Ansicht von Gehl hat der Wasserstoff gegenüber der Elektromobilität einige massive Vorteile. So könne man mit diesen Fahrzeugen heute schon eine Reichweite zwischen 500 und 800 Kilometer erreichen, ohne an die Ladesäule zu müssen. Ein Ladevorgang dauere zudem nur etwa fünf Minuten. Führend in diesem Marktsegment seien derzeit noch die Autohersteller Hyundai und Toyota.

Doch auch die deutsche Autoindustrie sei dabei, Fahrzeuge mit dieser Technologie auf den Markt zu bringen. So habe Mercedes bereits serienmäßig den GLC F-Cell in der Fertigung. BMW wolle ab diesem Herbst entsprechende Fahrzeuge anbieten, und auch Audi sei im Rahmen seiner Technologie-Plattform H-Tron mitten in den Vorbereitungen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung