Arbeitsplatzabbau bei Stahl und Auto: Saar-Politik sucht Antworten

Jobbau bei Auto und Stahl : Saarland sucht Antwort auf Industriekrise

Die Saar-Politik bekennt sich trotz des drohenden Job-Abbaus zur Automobil- und Stahlindustrie.

Nach den Hiobsbotschaften aus der Automobil- und Stahlindustrie diskutiert die Politik über die Zukunft der Saar-Wirtschaft. Der Chef der Saar-Grünen, der Bundestagsabgeordnete Markus Tressel, forderte am Wochenende eine „zukunftsgerichtete Industriestrategie für das Saarland“. Bisher sehe man abseits des Helmholtz Zentrums für Computersicherheit Cispa keine Strategie und „keine Dynamik dieser Landesregierung“. Die EU-Kommission schätze, dass durch Batteriezellenproduktion europaweit bis zu drei Millionen Jobs entstehen könnten. „Um einen Anteil daran muss sich die Landesregierung endlich aktiv bemühen“, forderte Tressel. Die hohe Automotive- und Energiekompetenz des Landes müsse zielgerichtet für die Transformation des Standortes genutzt werden. Die Stahlindustrie brauche Hilfe wie andere Branchen, die zur Ökologisierung der Wirtschaft beitragen.

Am Freitag war bekannt geworden, dass in der saarländischen Stahlindustrie binnen drei Jahren 1500 Stellen wegfallen sollen. Zuvor hatte es Signale beim Autozulieferer ZF für einen schmerzhaften Personalabbau in Saarbrücken gegeben.

Ministerspräsident Tobias Hans (CDU) unterstrich am Sonntag die große Bedeutung, die Automobilindustrie wie Stahlerzeugung auch weiterhin für das Saarland hätten. „Wenn das Konzept Autoland 50 Jahre lang erfolgreich war, kann es ja nicht so falsch gewesen sein“, sagte er anlässlich einer CDU-Festveranstaltung in St. Ingbert. Dennoch müsse man den Strukturwandel couragiert anpacken. Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und moderne Medizintechnik seien wichtige Zukunftsbranchen für das Land. Zudem versprach Hans „25 000 Firmen-Neugründungen bis 2030“. Er wolle das Saarland zum „Zukunftslabor“ in Deutschland machen. Genehmigungsverfahren etwa für Bauten und Ansiedlungen müssten deutlich schneller gehen.

Der Chef der Saar-FDP, der Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic, forderte das Land zur Teilnahme am Kabinettsausschuss der Automobilländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen auf, um wichtige Zukunftstechnologien wie etwa die Fertigung von Batterie- und Brennstoffzellen ins Land zu holen.