1. Saarland
  2. Saar-Wirtschaft

Arbeitskammer befürchtet Jobverlust im Saarland durch Brexit

Sorgen um Beschäftigte : Arbeitskammer sieht Jobs im Saarland wegen Brexit in Gefahr

Die saarländische Arbeitskammer befürchtet nach der Ernennung von Boris Johnson zum britischen Premierminister einen harten Brexit. Dieser könne sich negativ auf die Beschäftigung im Saarland auswirken.

Zuvor hatte bereits die Industrie- und Handelskammer ähnliche Befürchtungen geäußert (wir berichteten).

„Die Auswirkungen eines ungeregelten Ausscheidens Großbritanniens aus der EU würden die Saar-Wirtschaft besonders hart treffen“, so die Kammer. Dadurch könnten sich die Exporte nach Großbritannien deutlich verringern. 1300 bis 1500 Arbeitsplätze sind im Saarland der Kammer zufolge akut bedroht. Sie bezieht sich auf eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle. Besonders betroffen seien der Saarpfalz-Kreis und der Landkreis Saarlouis.

„Es ist gut, dass die Landesregierung bereits Vorkehrungen für den Fall eines harten Brexit getroffen hat“, sagt Kammer-Vorsitzender Jörg Caspar. „Ein Brexit-Beauftragter und direkte Anlaufstellen für Unternehmen müssen aber auch ein offenes Ohr für die Interessensvertretungen der betroffenen Beschäftigten haben.“

Großbritannien habe für das Saarland im Vergleich zu den anderen Bundesländern die größte Bedeutung. „Die saarländische Wirtschaft exportierte im letzten Jahr Waren im Wert von knapp zwei Milliarden Euro nach Großbritannien.“ Das entspreche einem Anteil von 12,4 Prozent aller Ausfuhren, im Bundesdurchschnitt seien es nur 6,2 Prozent. Mit 80 Prozent der Ausfuhren nach Großbritannien macht die Autoindustrie laut Arbeitskammer zwar den Löwenanteil aus. Allerdings könnten auch deren Zulieferer und das Transportgewerbe verstärkt unter einem harten Brexit leiden. Eine Lösung könne die Stärkung des saarländischen Binnenmarktes darstellen, sagt Jörg Caspar.