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Anke Rehlinger hält Fokus auf E-Mobilität im Saarland für Fehler

Auf dem Neujahrsempfang der Autoregion : Rehlinger hält reinen Fokus auf E-Mobilität für falsch

Beim Neujahrsempfang des Vereins Autoregion forderte die Ministerin technologieoffene Diskussionen.

Beim Klimaschutz darf nicht nur über die Ziele gesprochen werden, sondern auch darüber, „wie wir diese erreichen können“. Das forderte Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) anlässlich des Neujahrsempfang des Vereins Autoregion in Saarbrücken. Denn die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie „darf auf keinen Fall gefährdet werden“. Klimaschutz dürfe nicht „mit dem Preis der Deindustrialisierung bezahlt werden“. Rehlinger forderte eine aktive Industriepolitik, um den Umbau zu klimafreundlicher Produktion und Produkten hinzubekommen. Sonst bestehe die Gefahr, „dass tausende von Arbeitsplätzen verloren gehen und die Industrie ins Ausland abwandert“. Hierzu müssten auch öffentliche Gelder in die Hand genommen werden.

Mit Blick auf die Automobilindustrie forderte die Ministerin „technologische Offenheit in der Frage, womit die Autos der Zukunft angetrieben werden“. Die jetzt stattfindende Fokussierung auf die Elektromobilität hält sie für falsch. Es sei auch nicht richtig, die Umweltbilanz eines Autos „daran zu messen, was an Schadstoffen aus dem Auspuff kommt“. Bisher habe ihr noch niemand sagen können, wie die umweltgerechte Entsorgung der Autobatterien am Ende bewerkstelligt werden soll. Das Saarland dränge bei den künftigen Anforderungen an die Autoindustrie auf verlässliche Vorgaben. Dafür werde sie in Brüssel und Berlin „heftig auf die Trommel hauen“, „Denn die Auswirkungen der Veränderungen werden uns früher und heftiger treffen als andere Regionen“, so Rehlinger.

Auch Vereins-Geschäftsführer Armin Gehl sprach sich gegen die einseitige Ausrichtung auf die E-Mobilität aus. „Sie führt in eine Sackgasse“, sagte er. „Einige Länder in Europa planen überhaupt keinen Ausbau der Infrastruktur, weil sie nicht daran interessiert sind“, erinnerte er. Für ihn sind „alternative Kraftstoffe und Wasserstoff im Zusammenspiel mit E-Mobilität die Lösung der Zukunft“. Um Wasserstoff und synthetisches Benzin herstellen zu können, sei jedoch ein großer Strombedarf vonnöten. Wenn dieser emissionsfrei erzielt werden soll, „muss auch die Kernenergie wieder ein Thema werden“, so Gehl.

Der Verein Autoregion., der seinen fünften Geburtstag feiert, ist Interessenvertreter der Fahrzeug-Branche in der Großregion Saar-Lor-Lux. Rund 170 Firmen und Organisationen sind dort Mitglied. In diesem Jahr soll die Zielmarke von 200 Mitgliedern erreicht werden.