Kommentar: Andreas Scheuer spielt unfair

Kommentar : Andreas Scheuer spielt unfair

Die Taxibranche droht auf der Strecke zu bleiben. Über Jahrzehnte hat die öffentliche Hand die Branche mit Pflichten und Vorschriften reguliert und den zumeist kleinen Unternehmen kaum Spielräume zum Geldverdienen gelassen.

Jetzt aber, da Großkonzerne, nicht zuletzt die deutschen Autobauer, auf Liberalisierung drängen, sind plötzlich all die Regeln nicht mehr wichtig. Verkehrsminister Andreas Scheuer macht sich zum willigen Handlanger der Mobilitäts-Riesen.

Glaube doch keiner, dass die mit Millionen und Milliarden gepäppelten, bisher aber alle defizitären Ubers und Moias dieser Welt den Fahrgästen auf Dauer eine jederzeit verfügbare Mobilität zu Billigpreisen bieten werden. In der neuen digitalen Welt des Fahrens und Mitfahrens wollen die Investoren ihr Geld wiedersehen. Das wird nur gelingen, wenn wenige Anbieter den Markt beherrschen und höhere Tarife diktieren können. Die Öffnung des Marktes, wie sie bisher angedacht ist, schadet am Ende den Verbrauchern – und ist unfair gegenüber den vielen Taxiunternehmern.

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