Agrarempfang wirbt um mehr Verständnis für Anliegen der Saar-Landwirte.

Saar-Bauern setzen mehr auf regionale Vermarktung : Saar-Bauern suchen neue Wege zu Kunden

Mehr Direktvermarktung und Verkaufsautomaten sollen Saarländer zum Kauf regionaler Ware anregen.

Immer mehr Saar-Landwirte setzen verstärkt auf Direktvermarktung – Verbraucher können Waren wie etwa Milch vor Ort auf dem Hof kaufen. Zusätzlich vertreiben immer mehr Saar-Bauern in jüngster Zeit ihre Produkte über mobile Verkaufsautomaten, die sie meist in unmittelbarer Nähe des Hofes, oft direkt an der Landstraße, aufstellen.

Angesichts der immer schwierigen Marktverhältnisse suchten Landwirte nach neuen Wegen, regionale Kunden besser zu erreichen, sagte Peter Hoffmann, Präsident des Bauernverbandes Saar, beim traditionellen Agrarempfang am Mittwochabend in Saarbrücken. Dies sei zugleich gerade in ländlichen Gebieten eine Chance, die Nahversorgung mit Lebensmitteln zu verbessern.

Hoffmann bedauert, dass für viele Verbraucher nur noch der Preis zähle und die Qualität der Ware erst an zweiter Stelle komme. Dieser Trend erschwere es den Saar-Landwirten noch mehr, weiter bestehen zu können. Gute Qualität sowie eine artgerechte Tierhaltung hätten ihren Preis und verursachten auch hohe Kosten. Zugleich werde der Spielraum für die Betriebe immer enger.

Der Verbandspräsident verdeutlichte dies am Beispiel der Milchbauern. Zwar erzeugten im Saarland mittlerweile weniger als 150 Betriebe jährlich immer noch 90 Millionen Kilogramm Milch, was jedem Saarländer die Versorgung mit Trinkmilch, einem großen Teil von Butter und Käse garantiere. Der Milchpreis bewege sich auch seit mehreren Monaten „auf einem geringen, aber recht stabilen Niveau von 31 bis 32 Cent pro Liter. Das reicht gerade einmal zum Überleben, mehr aber auch nicht“, betonte Hoffmann. Die Landwirte müssten zugleich auch noch die Milchkrise der vergangenen Jahre mit Tiefstpreisen verkraften. Der aktuelle Milchpreis reiche jedoch nicht aus, um jetzt zukunftsgerichtete Investitionen in noch mehr tiergerechte Haltung, Klima- und Gewässerschutz zu tätigen.

Hoffmann warb auf dem Agrar-Empfang auch um mehr Verständnis in der Bevölkerung für die Landwirte. Derzeit sei häufiger festzustellen, dass sich Anwohner im Ort beschweren würden, wenn ein Landwirt beabsichtige, einen neuen Stall zu bauen, der zugleich bessere Bedingungen für die Tiere biete. Wer mehr Tierwohl wolle, der müsse auch Verständnis für solche Baumaßnahmen aufbringen, sagte Hoffmann. Landwirtschaftsminister Reinhold Jost (SPD), verwies auf dem Agrarempfang auf die aus seiner Sicht gute Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und seinem Ministerium. Gemeinsam habe man schon viel erreicht, um die Wettbewerbsfähigkeit der Bauern zu stärken und zugleich die Lebensqualität in der Region zu erhöhen.