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70 Prozent Leiharbeiter zum Start von Amazon in Völklingen

Nur 30 festangestellte Mitarbeiter : Amazon startet in Völklingen mit vielen Leiharbeitern

Zum Betriebsstart an seinem saarländischen Standort in Völklingen wird der Online-Händler Amazon vor allem Leiharbeiter beschäftigen. Von den 110 dort geschaffenen Arbeitsplätzen werden zunächst lediglich rund 30 der Mitarbeiter direkt beim Online-Riesen angestellt sein, die anderen bei der Zeitarbeitsfirma Randstad.

„Sobald die Prozesse laufen und die Volumen absehbar sind, wollen wir Mitarbeiter aus der Zeitarbeit übernehmen“, sagte Amazon-Sprecherin Nadiya Lubnina der SZ. „Unser Ziel ist es, langfristig ein starkes Team aufzubauen und mindestens 70 Prozent der Mitarbeiter direkt bei Amazon zu beschäftigen“, so Lubnina weiter. Die Übernahmen sollen drei bis vier Monate nach dem Start erfolgen.

Die anfängliche Leiharbeitsquote von circa 70 Prozent zum Start am neuen Amazon-Standort bezeichnet der Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer, Thomas Otto, als „ungewöhnlich hoch“. Bundesweit würde der Anteil an Leiharbeitern in der Logistikbranche bei 10,8 Prozent liegen. „Generell entspricht Leiharbeit aus Sicht der Arbeitskammer nicht dem Prinzip Guter Arbeit“, sagt er. „Die Stellen müssen schnellstmöglich verstetigt werden, natürlich mit tariflicher Entlohnung und im mitbestimmten Betrieb.“

„Die Leiharbeiter müssen in ständiger Unsicherheit leben, können ihr Leben nicht planen und erhalten einen Stundenlohn, der deutlich unter dem Betrag liegt, der nötig wäre, um nach jahrelanger Arbeit eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erhalten“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende der Linken im Saar-Landtag, Oskar Lafontaine. Der arbeitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Marc Speicher, spricht von einem „Armutszeugnis“.