400 Jobs weg: Gusswerke Saarbrücken sollen spätestens Ende März schließen

Kostenpflichtiger Inhalt: Autozulieferer in Überlebenskrise : Gusswerke Saarbrücken stehen vor dem Aus – Allen Mitarbeitern wird gekündigt

Bei den Gusswerken Saarbrücken droht für Ende März die Schließung. Auch die letzten 400 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz, wenn nicht eine Wende gelingt. Es gibt noch Hoffnung.

Den insolventen Gusswerken Saarbrücken droht Ende März das Aus. „Aus heutiger Sicht muss ich von einer Betriebsschließung ausgehen, weshalb noch in diesem Monat die Kündigungen aller Mitarbeiter bis spätestens zum 31. März 2020 ausgesprochen werden müssen“, erklärte Insolvenzverwalter Franz Abel am frühen Freitagnachmittag nach einer Betriebsversammlung. Damit haben auch die letzten noch verbliebenen 400 Mitarbeiter der früheren Halberg Guss voraussichtlich bald keinen Job mehr – genauso wie die 600, die schon freigestellt waren und nun auch ihre Kündigung bekommen sollen.

Die geplante Schließung „ist ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten, die sich tagtäglich für das Unternehmen und für die Kunden eingesetzt haben“, sagt Patrick Selzer, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Saarbrücken. „Wir gehen von dem Schlimmsten aus“, sagt Selzer. Doch die Hoffnung gibt er nicht auf. „Wenn wir innerhalb der nächsten drei Monate ein Fortführungskonzept hinbekommen, werden die Kündigungen zurückgezogen.“ Ähnlich äußerte sich auch der saarländische Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD). „Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz“, sagte er. Auch in der kommenden Woche habe er Termine, um in den Verhandlungen für eine Zukunft der Gießerei voranzukommen.

Ende November waren schon 600 Mitarbeiter freigestellt worden, nachdem sich der Großkunde General Motors zurückgezogen hatte. Auch wenn alle Beschäftigten jetzt Kündigungen bekommen sollen, ist die Schließung nicht endgültig. Die Motorblock-Gießerei arbeitet auch erst einmal weiter. Denn „weitere Freistellungen erfolgen zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte Abel. Der langjährige Kunde Deutz ist offenbar nicht abgesprungen – und auch die anderen Auftraggeber nicht.

Die Neunkircher Ferraro Group, die ihr Kerngeschäft im Abbruch von Gebäuden und Industrieanlagen hat, steht offenbar weiterhin als Investor bereit, mit einer Rumpfmannschaft den Betrieb weiterzuführen. Das Unternehmen plant, den beim Abriss anfallenden Schrott in der Gießerei zu nutzen und daraus Motorblöcke zu gießen. Der Einstieg der Ferraro Group hängt aber davon ab, dass genügend Kunden verlässliche Zusagen für die langfristige Abnahme von Gussteilen aus Saarbrücken machen. Und das ist bisher nicht passiert. „Die Verhandlungen laufen auf allen Ebenen rund um die Uhr auf Hochtouren“, teilte Abel mit. Mit den gleichen Worten äußerte sich auch die Ferraro Group. Zum Stand der Gespräche äußerte sich weder der Insolvenzverwalter noch das Neunkircher Unternehmen.

Der Erfolg der Verhandlungen „wird jedoch davon abhängig sein, dass eine gewisse Grundauslastung sichergestellt wird“, sagte Selzer. Gelingt dies nicht bis spätestens Ende März, endet die Geschichte eines mehr als 260 Jahre alten Brebacher Traditionsunternehmens.