100-Millionen-Dollar- Auftrag ist Hoffnung für Nanogate aus Göttelborn

Hauptversammlung in Saarbrücken : Nanogate setzt auf Wachstum

Ralf Zastrau, der Vorstandsvorsitzende der Göttelborner Nanogate AG, hält zu Beginn der Hauptversammlung am Mittwoch in der Saarbrücker Congresshalle eine metallschimmernde Leiste hoch.

Sie ist Bestandteil des größten Auftrages der Firmengeschichte, den der saarländische Oberflächenveredler im vergangenen Jahr von einem US-amerikanischen Waschmaschinenhersteller erhalten hat. Der 100-Millionen-Dollar-Auftrag war der „Durchbruch im zukunftsträchtigen Markt für Edelstahlersatz“, auf den die Saarländer große Hoffnungen setzen.

Die Zahlen des 1998 gegründeten Unternehmens sind beeindruckend. 239 Millionen Euro Jahresumsatz in 2018, gute Eigenkapitalausstattung mit 112 Millionen Euro, rund 1700 Mitarbeiter derzeit (davon rund 130 im Saarland an den Standorten Göttelborn und Neunkirchen) und zwölf Standorte auf drei Kontinenten. „Wir haben aktuell gut 600 Millionen Euro Auftragsbestand in den Büchern“, so Zastrau. Und bis 2025 soll ein Jahresumsatz von einer halben Milliarde erreicht werden.

Die Börse honoriert die Zahlen aus Göttelborn jedoch derzeit nicht. Vom Jahreshoch von 53,98 Euro pro Aktie in 2017 sackte die Notierung deutlich ab und lag gestern bei rund 22 Euro. Zastrau: „Natürlich sind wir mit dem Kurs nicht zufrieden.“ Das Ergebnis pro Aktie sank 2018 auf 29 Cent. Im Vorjahr waren es noch 64 Cent. Unterm Strich verblieb 2018 mit 1,4 Millionen Euro ein gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte vermindertes Konzernergebnis übrig. Eine kürzliche Kapitalerhöhung (22,80 Euro/Aktie) spülte rund 10,3 Millionen Euro in die Kassen und soll für den forcierten Wachstumskurs eingesetzt werden. Für 2019 erwartet der Vorstand angesichts der Kosten für das Wachstum ein negatives Konzernergebnis „im niedrigen einstelligen Millionenbereich“.

Demgegenüber bleibt die Dividende pro Aktie mit elf Euro-Cent seit 2016 gleich. „Nanogate ist mit Abstand der schlechteste Dividendenzahler unter den saarländischen, börsennotierten Aktiengesellschaften. Wo geht denn das ganze Geld hin?“, echauffierte sich der saarländische Kleinaktionär Manfred Klein. Zastrau konnte bezüglich höherer Dividende kaum Mut machen: Man sei im Wachstum, und eine Prognose könne man nicht machen.

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