1. Saarland

Saar Spektakel 2019: Stars der 70er, 80er und von heute auf der Bühne an der Saar

Saar-Spektakel in Saarbrücken : Ein musikalisches Sommerspektakel

Rund 280 000 Besucher kamen am Wochenende zu der traditionellen Veranstaltung an der Saar in Saarbrücken.

Heavy-Metal-Fans konnten mit Doro kräftig rocken. Für die Schlager-Gemeinde hatten sich Axel Fischer und Co. angekündigt. Mit Ex-Smokie-Sänger Chris Norman kamen die reiferen Gäste auf ihre Kosten, und die Teenies konnten mit Luca Hänni tanzen – das musikalische Programm des „Saar-Spektakels 2019“ auf der „Radio Salü“-Bühne vor dem Staatstheater reichte quer durch die unterschiedlichsten Stile und Generationen. Und 280 000 waren an den drei Tagen mit von der Partie.

Höhepunkt am Samstagabend war der Auftritt von Chris Norman. „Wir haben ihn in den 70er Jahren live in der Saarlandhalle erlebt“, freute sich das Ehepaar Mann aus Saarlouis. Nun feierten sie auf dem proppenvollen Platz vor dem Staatstheater zusammen mit ihren Kindern und Enkelkindern zu seinen Hits wie „Needles & Pins“ und „Lay Back in the Arms of Someone“. Als der 1950 geborene Brite den nächsten Titel ansagte, gingen immer wieder laute „Ah’s“ und „Oh’s“ durch die Menge. „Was, der Song ist auch von ihm?“, stellte etwa Lukas, 29, aus Sulzbach verblüfft fest. Wie viele andere grölte er zu dem Klassiker „Living next Door to Alice“ lautstark mit. Kurz vor Mitternacht stimmte Norman dann seinen „Tatort“-Hit „Midnight Lady“ an. Sein 90-minütiger Live-Auftritt habe bewiesen, dass er nicht nur ein Schmuse-Sänger sei, sondern auch immer noch richtig gut rocken könne, erklärte Stephan Maurer aus Quierschied-Fischbach.

Chris Norman, 68, landete in den 70ern einige Hits wie „Living next Door to Alice“, die er auf dem Saar-Spektakel zum Besten gab. Foto: BeckerBredel

Liebhaber aktueller Chartmusik kamen mit Matt Simons auf ihre Kosten. Seine Lieder waren der passende Soundtrack zur entspannten Stimmung bei optimalem Open-Air-Wetter. „Es ist Sommer, und es fühlt sich sehr gut an“, sagte der kalifornische Sänger und Liedschreiber, der vom Klavier bis zum Saxophon immer wieder zwischen verschiedenen Instrumenten wechselte. Spätestens als er seinen Nummer-Eins-Hit „Catch & Release“ anstimmte, wurde der Platz immer voller.

Extra aus Wiesbaden waren Svenja und ihr Bruder zum Saarspektakel gekommen, um ihren Lieblings-Star Luca Hänni live zu erleben: „Es gefällt uns sehr gut hier“, sagte sie. Und auch der Schweizer, der seine Karriere 2012 als „DSDS“-Sieger startete, fühlte sich bei seinem ersten Auftritt im Saarland auf dem Fest rund ums kühle Nass wohl: „Ich bin eine totale Wasserratte“, verriet er im SZ-Gespräch. Seine Teilnahme am „Eurovision Song Contest“, bei der er den vierten Platz belegte, habe er ein Jahr vorbereitet.

Das musikalische Programm des Saar-Spektakels lockte  tausende Besucher vor die Bühne am Staatstheater. Foto: BeckerBredel

Auch die saarländische Band „Da Vinci“ heizte mit Sommerhits die Stimmung auf der Bühne an. Und DJ Enrico Ostendorf legte an diesem Samstag mal nicht im Radio, sondern live auf der Bühne auf.

Am Freitagabend war dagegen Rock pur auf dem vollen Tbilisser Platz angesagt. Feuerfontänen schossen in die Höhe, Gitarren röhrten und Doro schüttelte ihre blonde Mähne. Die „Metal-Queen“ kam direkt vom „Wacken“-Festival an die Saar und freute sich, „dass so viele Leute hier sind, die die 80er gut finden“. Neben den alten Hits ihrer Band Warlock wie „Für immer“ und ihren Solo-Erfolgen wie „All we are“ spielte die 55-Jährige auch Songs aus ihrem neuen Album. „Ich stehe jetzt seit 36 Jahren auf der Bühne und hoffe, es werden noch mal 36“, sagte Doro.

Am Sonntagnachmittag zogen die Einsatzkräfte eine erste Bilanz. Am Freitag kamen 60 000 Besucher, am Samstag 100 000 und für Sonntag wurden zwischen 100 000 und 130 000 Gäste erwartet. Die Polizei hatte bis zum Sonntagnachmittag keine nennenswerten Vorfälle und für ein so großes Fest nichts Unübliches zu vermelden. Die 50 ehrenamtlichen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Malteser mussten rund 85 Menschen behandeln. Nach Auskunft von DRK-Sprecher Jonas Jung waren dies hauptsächlich „Bagatell-Verletzungen“ wie Insektenstiche. „Das Wetter spielt uns in die Karten“, so Jung.  Im Gegensatz zum Vorjahr gab es keine hitzebedingten Notfälle. Eine alkoholisierte Person und eine Rollstuhlfahrerin, die gestürzt war, mussten so etwa ins Krankenhaus.

Zum Finale des dreitägigen Festes ging es dann am Sonntagabend mit Loona & Co. musikalisch ab nach Mallorca. Und für die jungen Besucher hatte sich Pietro Lombardi angekündigt.

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