Wichtige Fragen bleiben offen

Wichtige Fragen bleiben offen

Die Missbrauchsfälle vor mehr als 25 Jahren im früheren Internat des Homburger Johanneums haben auch in der abgelaufenen Woche die Diskussionen in Homburg bestimmt. Die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Bis die Fälle abgeschlossen sein werden, könnten Wochen vergehen

Die Missbrauchsfälle vor mehr als 25 Jahren im früheren Internat des Homburger Johanneums haben auch in der abgelaufenen Woche die Diskussionen in Homburg bestimmt. Die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Bis die Fälle abgeschlossen sein werden, könnten Wochen vergehen. Ob letztlich eine Strafverfolgung möglich ist oder die Taten nach dem Gesetzbuch verjährt sind, wird sich dann entscheiden. In der öffentlich geführten Diskussion tauchen immer neue Fragen auf: War es wirklich so, dass die Schulleitung der 80er Jahre nichts von dem Missbrauch mitbekommen hat? Gibt es gar weitere Fälle? Wie positioniert sich das Bistum Speyer? In den Internetforen jedenfalls geht es mitunter heftig zur Sache. Natürlich weiß jetzt plötzlich auch jeder etwas mitzuteilen. Und dann sind auch schnell mal Verdachtsmomente ausgesprochen (beziehungsweise geschrieben), die möglicherweise einer genaueren Untersuchung nicht standhalten werden - aber den Hiltruper Orden in Nöte bringen. Es ist bekannt, dass über die Jahre immer mal wieder Patres Homburg verlassen haben. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Situation heißt es da schnell mal: "Da war bestimmt was". Das ist natürlich hart, Pauschalverurteilungen darf es nicht geben, helfen auch nicht weiter. Aber diese Beispiel müssen den Orden täglich anmahnen, schnellstmöglich umfangreich für Aufklärung zu sorgen. In diesem Zusammenhang sei eine weitere Frage erlaubt: Was macht eigentlich der Stiftungsrat (das Johanneum ist heute eine Stiftung)? Bislang gab es aus dem Gremium jedenfalls weder eine Verurteilung der Fälle noch ein Bedauern in Richtung Opfer zu hören. Im Stiftungsrat ist der Orden nach wie vor stark vertreten.