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Wehrführer von Kirkel wiedergewählt

Feuerwehr : Vertrauen auf bewährte Führung

Kirkeler Feuerwehr bestätigt bei Hauptversammlung Gunther Klein für weitere sechs Jahre als Wehrführer.

Der alte und neue Wehrführer von Kirkel heißt Gunther Klein. Am Dienstabend wurde Klein mit deutlicher Mehrheit anlässlich einer Hauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus des Löschbezirks Limbach von den anwesenden Feuerwehrleuten aller drei Kirkeler Löschbezirke mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigt. Einen Gegenkandidaten in der von Bürgermeister Frank John geleiteten Wahl gab es nicht.

Nach seiner Wiederwahl stellte sich Klein den Fragen unserer Zeitung. Und im Gespräch, wie auch schon zuvor in seiner kurzen Rede vor den Anghörigen der Kirkeler Wehr, wurde deutlich, dass Klein vor allem eines in den zurückliegenden sechs Jahren seiner ersten Amtszeit am Herzen gelegen hat: das Zusammenwachsen der drei Kirkeler Löschbezirke Kirkel-Neuhäusel, Limbach und Altstadt. Und genau hier sieht Klein auch noch einen Teil seiner Aufgaben in den kommenden sechs Jahren. „Ich denke, dass wir die Zusammenarbeit der drei Löschbezirke zu 90, 95 Prozent zielmäßig erreicht haben. Aber das kann noch besser werden.“ Ganz offen antwortete Klein auf die Frage, wie „bekloppt“ man sein müsse, um in diesen Tagen noch das Amt eines Wehrführers zu übernehmen. „Sehr bekloppt. Der Zeitaufwand ist immens. Ohne den Rückhalt aus der Familie, ohne die beiden stellvertretenden Wehrführer, das muss man ganz klar sagen, und ohne die guten Führungsteams in den Löschbezirken wäre es schwerlich machbar.“

Was Klein in den nächsten sechs Jahren beschäftigten wird, und das hatte auch Bernd Becker in seiner Funktion als Präsident des saarländischen Feuerwehrverbandes in der Hauptversammlung angesprochen, das wird das Thema „Hauptamtlichkeit bei den Freiwilligen Feuerwehren“ sein. Hier verdeutlichte Klein gegenüber unserer Zeitung, dass man auf diese Hauptamtlichkeit in der Zukunft kaum werde verzichten können. „Man muss ganz klar sagen: Die Feuerwehr ist, was die Gerätewartung durch ehrenamtliche Kräfte angeht, hoffnungslos verloren. Das können wir auf ehrenamtlicher Basis eigentlich gar nicht mehr leisten. Das fängt schon damit an, dass Geräte und Fahrzeuge mitunter in die Werkstatt müssen. Das geschieht in der Regel tagsüber. Feuerwehrleute haben aber in der Regel einen ganz normalen Beruf, denen sie in dieser Zeit nachgehen müssen. Deswegen ist so etwas eigentlich gar nicht machbar.“

So werde man auch bei der Feuerwehr in Kirkel, wie anderorts, um hauptamtliche Kräfte bei der Gerätewartung, gleich in welchem zeitlichen Umfang, nicht mehr herumkommen.

Was die Wehren in diesen Tagen auch beschäftigt, das ist das Thema der „Tagesbereitschaft“, sprich: Wieviele Angehörige eines Löschbezirks stehen bei Einsätzen während der normalen Tagesarbeitszeit tatsächlich zur Verfügung? Entscheidend dafür ist, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für den Einsatz bei Bedarf freistellen. Das ist im Paragraf 25 des Gesetzes über den Brandschutz, die Technische Hilfe und den Katastrophenschutz im Saarland festgeschrieben und im Detail geregelt. Doch wie sieht es in der Realität aus? Dann, wenn der Einsatz eines Mitarbeiters als Feuerwehrmann in einem Industriebetrieb im schlimmsten Fall eine ganze Produktionsstraße stilllegt? Gunther Klein: „Man hört dass, gerade in großen Betrieben, der eigentliche Arbeitgeber die Freistellung unterstützt, dies den direkten Vorgesetzen aber nicht so schmeckt. Und man will sich als Arbeitnehmer ja auch selbst keinen ‚schwarzen Peter‘ zuschieben. Und dann wird eben schon mal überlegt: ‚Gehe ich in den Einsatz oder gehe ich nicht‘. Das muss man ganz ehrlich sagen.“ Eine Lösung für diese Problem habe er nicht, gestand Klein ein, „da gibt es, so glaube ich, keinen Königsweg“.

Blieb zum Schluss noch die Frage nach den Zielen für die kommenden sechs Jahre: „Da möchte ich, dass wir bei 100 Prozent Zusammenarbeit der Löschbezirke sind, dass wir Hauptamtlichkeit bei der Gerätewartung haben und dass es mir in den nächsten sechs Jahren genauso viel Spaß macht, Wehrführer von Kirkel zu sein, wie in den vergangenen sechs.“