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Unternehmer in Bexbach spenden beim Weihnachtsmarkt am Stockwäldchen

Benefizaktion : Spende auch ohne Weihnachtsmarkt

Seit vielen Jahren gibt es den Weihnachtsmarkt am Stockwäldchen in Oberbexbach, bei dem Geld für kranke Kinder gesammelt wird. Im Coronajahr 2020 musste er zwar ausfallen, dennoch kamen durch Spenden 46 100 Euro zusammen.

Vor 18 Jahren hatten in Oberbexbach fünf Unternehmer die schöne Idee, mittels eines Weihnachtsmarktes Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. Der Markt fand immer auf dem Firmengelände von Ludwig Feix statt und nannte sich karitativer „Weihnachtsmarkt am Stockwäldchen“. Natürlich fiel er Im vergangenen Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer.

Das war aber kein Grund für die Unternehmer, keine Spenden einzutreiben. Denn neben dem Umsatz aus dem Weihnachtsmarkt hatten in den Jahren zuvor immer auch die Spenden von Firmen und Privatpersonen zur Gesamtsumme beigetragen. Und diese konnten ja auch unter Coronabedingungen eingesammelt werden, natürlich mit der Einschränkung, dass es wegen der Pandemie manchen Firmen nicht so gut ging.

Neben Ludwig Feix gehören noch Uwe Schwarztrauber, Christian Ecker und Peter Hauser zu den Organisatoren. Sie haben den Markt erschaffen und betreiben ihn seit Jahren mit großem Erfolg. Und obwohl Corona nun dazwischen grätschte: Immerhin konnte diesmal auch ohne Weihnachtsmarkt und trotz der coronabedingten Umsatzausfälle der Spender die stattliche Summe von 46 100 Euro eingesammelt werden.

Hauser und Feix kamen zur Spendenübergabe, die dieses Jahr im Freien zelebriert wurde – und zwar an der Stelle, wo normalerweise im Dezember der prächtige Weihnachtsmarkt stattfindet.

Zum Glück hatten die Organisatoren das Zeitfenster einer kurzen Trockenphase am völlig verregneten Freitagnachmittag erwischt. Anwesend waren auch die beiden Empfängerinnen der hälftig aufgeteilten Spende: Evelyn Lill, Regionalgruppensprecherin des Mukoviszidose-Vereins Saar-Pfalz, und Ina Ruffing, stellvertretende Vorsitzende der Elterninitiative krebskranker Kinder.

„Uns war von vorneweg klar, dass wir uns nicht von dem Coronawahnsinn beeinflussen lassen“, sagte Hauser zur Einleitung. Letztes Jahr habe man zwar noch 70 000 Euro spenden können, die Summe konnte natürlich nicht wieder erreicht werden. Aber mit dem diesjährigen Aufkommen habe man immerhin die halbe Million an Spenden insgesamt über all die Jahre erreicht.

Feix erklärte, man wolle die Idee des Weihnachtsmarktes mit den Spenden an die kommenden Generationen weitergeben. Nie hätte er gedacht, dass sich das Ganze in den letzten 18 Jahren so positiv entwickeln würde. „Es ist für uns eine Genugtuung und macht uns stolz. Der Höhepunkt der Aktion ist die Spendenübergabe. Wir freuen uns immer, wenn wir die Gesichter von Evelyn und Ina sehen.“ Hauser erzählte davon, wie ihn die Schilderungen von Evelyn Lill zum Spendensammeln motiviert hatte. Lills Tochter leidet an Mukoviszidose, habe aber im Gegensatz zu vielen anderen „ein tolles Jahr 2020“ gehabt – weil bei ihr das neue Medikament Kaftrio gut wirke.

Auch das Schicksal der krebskranken Kinder geht Hauser sehr nah: „Es waren auch schon Kinder bei der Spendenübergabe, von denen man irgendwann gehört hat, dass sie nicht mehr leben.“ Der Grundgedanke für den Weihnachtsmarkt sei immer gewesen, dass man selbst gesunde Kinder habe: „Es gibt nichts Schöneres.“ Leuten, die mit ihren Kindern wegen einer Fünf in Mathe schimpfen, sage der Malermeister immer, dass es doch ganz andere Schicksale gebe.

Was soll nun mit den Spenden geschehen? Lill sagte, der Verein wolle für die Mukoviszidose-Ambulanz die Stelle einer Physiotherapeutin schaffen, jemand Geeignetes hätte man schon in petto. „Wir werden das mit eigenem Geld anstoßen und dann in Verhandlungen gehen mit dem Klinikvorstand. Mit dem Ziel, dass der das weiter finanziert.“

Ina Ruffing sagte, das Geld werde in den Bau des Hauses des Kindes und der Jugend fließen. Im Mai wolle man nun endlich damit beginnen, im Moment liefen die Ausschreibungen für einen Generalunternehmer, führte sie weiter aus. Sie würde sich freuen, wenn im Sommer das Richtfest gefeiert werden könne – aber man könne ja derzeit nichts planen, fügte sie hinzu. „Ich gehe auch bald in Rente, da soll das Haus mal stehen.“