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Thrombose-Risiken und wie man sie behandelt

Thrombose-Risiken und wie man sie behandelt

Homburg/Saarbrücken. Zu einem Symposium über Gerinnung und Medikamente, die eingesetzt werden, um die Blutgerinnung zu hemmen, lädt das Kompetenznetzwerk Hämostaseologie am 7. November ein. Über das Thema sprach SZ-Redakteurin Ulrike Stumm mit Professor Hermann Eichler (Foto: SZ), Direktor des Instituts für Klinische Hämostaseologie am Klinikum

Homburg/Saarbrücken. Zu einem Symposium über Gerinnung und Medikamente, die eingesetzt werden, um die Blutgerinnung zu hemmen, lädt das Kompetenznetzwerk Hämostaseologie am 7. November ein. Über das Thema sprach SZ-Redakteurin Ulrike Stumm mit Professor Hermann Eichler (Foto: SZ), Direktor des Instituts für Klinische Hämostaseologie am Klinikum. Antikoagulation ist ja für den normalen Menschen ein ziemlich kompliziertes Wort. Medikamente, um die Blutgerinnung zu hemmen, häufig als Blutverdünnung bekannt, müssen aber viele Menschen nehmen. Wer ist den besonders betroffen?Hermann Eichler: Vor allem Patienten nach Thrombosen, das bedeutet einer Einengung oder Verstopfung eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel oder einen Blutpfropf. Betroffen sind aber zum Beispiel auch Patienten, bei denen eine erste oder wiederholte Thrombose verhindert werden soll, zum Beispiel vor oder nach Operationen, im Rahmen der Behandlung auf Intensivstationen, bei Tumorerkrankungen, bei Herzrhythmus-Störungen oder bei Infektionserkrankungen.Mit welchen Nebenwirkungen und Einschränkungen müssen die Patienten denn leben?Hermann Eichler: Bei guter ärztlicher Führung und guter Einstellung der Medikamente gibt es in der Regel nur wenig und selten Nebenwirkungen. Das Risiko einer durch die Blutverdünnung auftretenden relevanten Blutung beträgt zum Beispiel bei der langfristigen Einnahme von Marcumar, das häufig nach mehreren Thrombosen oder bei Herzvorhof-Rhythmusstörung verordnet wird, nur etwa 0,8 Prozent pro Jahr.Was hat sich in den vergangenen Jahren bei der Behandlung verändert?Hermann Eichler: Vor allem eine bessere Erfassung und Behandlung derjenigen Patienten, die tatsächlich die Blutverdünnung benötigen. Daneben stehen individuell angepasste Therapie-Schemata im Vordergrund. Nicht zuletzt sind neue Medikamente mit verändertem Wirkprinzip sowie besserer Wirksamkeit und Verträglichkeit verfügbar.Und wie sieht das in der Schwangerschaft aus? Da haben die meisten werdenden Mütter ja ohnehin Bedenken, überhaupt Medikamente zu nehmen.Hermann Eichler: In der Schwangerschaft und vor allem im Wochenbett ist das Thromboserisiko grundsätzlich erhöht. Manchmal ist es daher erforderlich, zum Beispiel nach bereits abgelaufenen Thrombosen, das individuelle Thromboserisiko durch Gabe von vorbeugenden Medikamenten zu kontrollieren. Eine Thrombose in der Schwangerschaft wäre das größere Übel im Vergleich zur Vorbeugung durch gut verträgliche und für das Kind und die Schwangere weitestgehend unbedenkliche Medikamente.Was ist das Ziel des Symposiums?Hermann Eichler: Wir wollen den ambulant und stationär tätigen Ärzte im Saarland und in Rheinland-Pfalz fachkundige Information zu aktuellen Themen der Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten geben.Inwieweit profitiert denn ihre Klinik davon?Hermann Eichler: Fachlich kompetente und gut informierte niedergelassene Ärzte und Krankenhaus-Ärzte sind für die Gerinnungs-Spezialisten unserer Klinik sehr gute Kooperationspartner, um eine optimierte Patientenversorgung zu erreichen.

Auf einen BlickZum Symposium Antikoagulation/Gerinnung lädt das Kompetenznetzwerk Hämostaseologie Rheinland-Pfalz-Saarland am 7. November, 9 bis 15.30 Uhr, ins Saarbrücker Schloss Halberg ein. Bei Interesse wird um Anmeldung bis zum 30. Oktober gebeten per Fax, (0681) 588 163 81 oder E-Mail info@seyfert-blutforschung.de. red