Serie: Als das Geld fast nichts mehr wert war – Teil 12 Zum Abschiede der guten, deutschen Marc

Die Gegenwart und die frühen 20er-Jahre des vergangenen Jahrhun- derts haben in währungs- und finanzpolitischer Hinsicht einiges gemein- sam. Denn damals wie heute kam es zu einer Entwertung des Geldes. Die SZ blickt auf die Hy- perinflation der 1920er- Jahre und geht der Frage nach: Wiederholt sich die Geschichte?

 Wer seinen alltäglichen Einkäufen nachging, musste für ein Roggenbrot bis zu 580 Milliarden Mark zahlen.

Wer seinen alltäglichen Einkäufen nachging, musste für ein Roggenbrot bis zu 580 Milliarden Mark zahlen.

Foto: Landesarchiv des Saarlandes

Die Talfahrt der Mark hatte noch lange nicht ihr Ende gefunden. In den nächsten Monaten setzte sie sich auf noch schnellere Weise fort. Immer lauter wurde daraufhin im Saargebiet die Forderung, den Währungsdualismus zu beenden, die Mark als Zahlungsmittel abzuschaffen und den Franc zur alleinigen Währung zu bestimmen. Hiervon erhoffte sich der Teil der Bevölkerung, der zu diesem Zeitpunkt den Lohn noch in Mark ausbezahlt bekam, wenigstens einigermaßen erträgliche Zustände. Schließlich gab die Regierungskommission des Saargebietes dem Drängen der Bevölkerung nach. Sie verordnete, dass mit Wirkung vom 1. Juni 1923 an der Französische Franc im Saargebiet als alleinige Währung gelten sollte.