Streckenposten der Eisenbahn mit Essenskonserven entlohnt

Streckenposten der Eisenbahn mit Essenskonserven entlohnt

Dillingen. Während der Wehrübung blieb die Eisenbahnbrücke in Betrieb. "Vom ersten Zug morgens bis zum letzten abends gab ein dafür abgestellter Bahnbediensteter mit Hupe Warnsignale. Wir mussten über die Brücke, denn wir lagen rechts und links der Saar in Stellung", erzählt der Bexbacher Dieter Berger, Feldwebel der Reserve

Dillingen. Während der Wehrübung blieb die Eisenbahnbrücke in Betrieb. "Vom ersten Zug morgens bis zum letzten abends gab ein dafür abgestellter Bahnbediensteter mit Hupe Warnsignale. Wir mussten über die Brücke, denn wir lagen rechts und links der Saar in Stellung", erzählt der Bexbacher Dieter Berger, Feldwebel der Reserve. "Zum Essenfassen und vielem anderen mussten wir über die Brücke." Den Streckenposten haben die Soldaten praktisch adoptiert, "saß er doch von morgens bis abends auf dem Bahndamm in der sengenden Sonne, nur zu unserer Sicherheit. Als Belohnung haben wir ihn verwöhnt. Wir versorgten ihn mit Essen und Trinken, er bekam alles auf den Bahndamm serviert."Von dem Essen waren die Reservisten allerdings nicht begeistert: Pakete mit Einsatzverpflegung für den ganzen Tag - Frühstück, Mittagessen und Abendessen, alles konserviert. "Für uns junge Soldaten nicht das wahre Festessen", meint Berger. "Pizzaservice gab es damals nicht. Also machten wir das selbst." Die Reservisten waren meist heimatnah eingesetzt. "Mancher hätte wohl sein Haus sehen können, wenn der Baumbewuchs da nicht gewesen wäre", meint Berger. "Die Nähe sicherte unsere Verpflegung. Schwenkbraten und saarländisches Bier, kein Problem. Alles wurde mit dem Fahrrad geholt oder von Angehörigen gebracht." Die Konserven hat kaum einer angerührt. Was tun damit? Die Lösung war der Streckenposten der Bahn: Der Italiener ließ jeden Nachmittag zwei seiner Bambini mit einem Bollerwagen die Jahre haltbaren Konserven für die Familie und Verwandte abholen. "Wir taten so etwas Gutes", sagt Berger. "Am Ende hat er sich mit einem Konzert seiner Presslufthupe unter Tränen verabschiedet." kni "Schwenkbraten und saarländisches Bier waren kein Problem." Dieter Berger, Feldwebel d.R.

Mehr von Saarbrücker Zeitung