Zweite Hand als erste Wahl

Alle Wege führten am Wochenende nach Rohrbach. Die gleichnamige Mehrzweckhalle war das Ziel zahlreicher Eltern und derer, die es demnächst vielleicht noch werden. Der Turnverein 66 richtete dort seinen Secondhand-Markt für Kinderbekleidung und Spielzeuge aus.

. Wer heutzutage Kinder hat oder wessen erstmalige Elternschaft bald bevorsteht, kennt die Situation: Angesichts der Kosten für Bekleidung, Möbel und Spielwaren gerät man schnell ins Grübeln. Die Ausgaben für Kinderwagen, Strampler und Babysitze sorgen für Ebbe in der Geldbörse. Das schnelle Wachstum von Kindern und Säuglingen sorgt zudem dafür, dass manche Bekleidungsteile nur ein oder zweimal getragen werden. Nach ein paar Monaten ist oft Schluss. Irgendwann im Laufe der Jahre besannen sich Menschen darauf, dass nicht alles, was man kauft, zwangsläufig neu sein muss.

Die Secondhand-Märkte kamen auf und bieten seither nicht nur Eltern mit kleinem Geldbeutel die Chance, Waren günstig zu erstehen. Vielmehr können auch Eltern zu klein gewordene Teile oder Spielsachen, für die der Nachwuchs bereits zu alt ist, wieder weiterverkaufen. Auch in Rohrbach findet zwei Mal pro Jahr - einmal im Frühjahr und einmal im Herbst - ein solcher Basar statt. Der Markt des Turnvereins (TV) 66 Rohrbach ist mit seinen rund 100 Ausstellern einer der größten der Region.

Auch am vergangenen Sonntag konnte man erneut feststellen, wie magisch die Veranstaltung ihre Besucher anzieht: Bereits eine gute halbe Stunde vor Beginn - Start war um 14 Uhr - waren nicht nur vor und neben der Rohrbachhalle, sondern auch im Hof der ehemaligen Wiesentalschule keine Parkplätze mehr zu erhalten.

Die Kennzeichen der Autos verrieten neben den einheimischen Buchstaben vor allem Besucher aus dem übrigen Saarpfalz-Kreis, Saarbrücken und Pirmasens. In der Halle waren besonders zu Beginn ein hoher Geräuschpegel und ein Gewusel wie in einem Bienenstock festzustellen. Ständig kamen einem Menschen mit Tüten, Spielwaren und Fahrrädern entgegen. "Wir haben Struktur drin", verrät Jörg Herrmann, der TV-Vorsitzende. Damit spielt er darauf an, dass es hier kein heilloses Durcheinander wie sonst wo gibt. Seit neun Jahren führt der Verein die Märkte durch. Acht Euro zahlt man als Aussteller. Zu gut 70 Prozent sind die Verkäufer Stammgäste. Die meisten Leute reservieren gleich schon für den nächsten Basar. Somit ist auch der folgende Markt schnell ausgebucht und die Warteliste wird eröffnet.

Der Erlös ist für die Jugendarbeit des Turnvereins und neue Geräte bestimmt. "Die Leute suchen inzwischen nach Markenware", sagt Herrmann. Dieser Trend zu Anspruchsvollerem sei seit einigen Jahren auszumachen. "Vor allem erleichtert uns Uwe Scuba sehr die Arbeit", lobt Herrmann den Hausmeister der Halle. Organisatorin Sonja Herrmann konnte sich auch dieses Mal wieder sich auf 35 Helfer verlassen. "Das ist hier top, sortiert, wir finden immer was", meinte ein Rohrbacher Ehepaar.

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