Zwei Genossenschaftsbanken heiraten

Niedrigzinsen, Kostendruck und demografischer Wandel sind die Auslöser für die Zusammenlegung der beiden Genossenschaftsbanken Volksbank Saarpfalz und VR Bank. Nun muss nur noch die Vertreterversammlung der Fusion zustimmen.

. Es werde eine Hochzeit gefeiert, sagte Ludwig Wolf, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank Saarpfalz, gestern anlässlich einer Pressekonferenz. Allerdings nicht im Himmel, sondern geografisch sehr überschaubar, nämlich im Saarpfalz-Kreis . Wer heiratet - oder, um es in korrekter Kaufmannssprache zu sagen, wer fusioniert -, das sind die Volksbank Saarpfalz und die VR Bank Saarpfalz.

Drei Jahre dauerte der Flirt der beiden saarpfälzischen Genossenschaftspartnern, der gegen Ende immer konkreter wurde, da angesichts der schwindenen Gewinn-Margen beider Banken ein "Fusionsdruck" entstand, wie es Wolfgang Brünnler formulierte.

Allerdings gibt es vor der rechtskräftigen standesamtlichen Trauung noch eine Hürde: die Vertreterversammlung. Da beide Banken genossenschaftlich organisiert sind, müssen die gewählten Vertreter beider Banken erst einmal grünes Licht für die Verbindung geben - die Termine dafür sind am 22 Juni (VR Bank) und am 24. Juni (Volksbank). Erst danach ist die Hochzeit perfekt.

Für viele Kunden kommt diese Fusion nicht überraschend, zumal die Abkürzung "VR" Bank "Volksbanken-Raiffeisenbanken" bedeutet, womit auch eine Namensgleichheit mit der Volksbank gegeben war. Manche Kunden verwechselten die Banken auch schon mal und wunderten sich, dass es sich um getrennte Häuser handelte.

Die Fusion ist also weniger für die Kunden, sondern eher für die beiden Banken eine größere Umstellung. Denn "jedes Haus hat seine eigene Kultur und Struktur", so Wolfgang Brünnler, "aber ich bin zuversichtlich, dass wir schnell zusammenwachsen werden".

Die neue Bank heißt dann korrekt "Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz eG" und wird von vier Vorständen geleitet, die zuvor in ihrem jeweiligen Bankhaus tätig waren: Wolfgang Brünnler und Helmut Scharff kommen von der Volksbank, Christoph Palm und Konrad Huwig von der VR Bank. Gemeinsam sei man "eine starke Bank", sagt Christoph Palm, "wir haben einen soliden Kundenstamm und jeder bringt seine Stärken ein". Die VR Bank sei im Blies- und Mandelbachtal stärker vertreten, die Volksbank mehr im Raum Bexbach und Homburg. Zusammen hat die Bank nun 190 Mitarbeiter und betreut 54000 Kunden - bei einer Bilanzsumme von 660 Millionen Euro. Beim Personal gebe es keine Einsparungen, die Anpassung werde über die rund 40 Mitarbeiter, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, geregelt, betont Konrad Huwig. Auch werden weiterhin Auszubildende eingestellt, derzeit sind es zehn bei der Volksbank und vier bei der VR Bank.

Die 22 Geschäftsstellen und die neun SB-Stellen im Kreis bleiben erhalten, auch die Raiffeisen-Warengeschäfte mit den Standorten in Webenheim, Bliesmengen und Ormesheim werden weiterbetrieben. Am Sponsoring von Kulturveranstaltungen und an der Unterstützung von Vereinen soll sich nichts ändern. "Wir bekommen davon keinen Kunden zusätzlich für unsere Bank", sagt Vorstand Brünnler, "aber wir sind in der Saarpfalz verankert und wollen unsere Heimat unterstützen." Zu den Hauptkunden der Volks- und Raiffeisenbank gehören Handwerker, Landwirte, Geschäftsleute und Betriebe.