Zur Jahresmitte enden Verträge und häufen sich Kündigungen

St. Ingbert · Unterm Strich nahm im Juli die Zahl der Erwerbslosen in unserer Region leicht zu. Unterschiede gab es allerdings, ob die Arbeitslosenversicherung oder das Jobcenter des Kreises für Menschen ohne Job zuständig sind.

. Vor allem Folgen der Urlaubs- und Ferienzeit haben die Arbeitslosigkeit in unserer Region leicht steigen lassen. Das geht aus dem Bericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt für den Juli hervor, den die Agentur für Arbeit gestern vorgelegt hat. Nach den aktuellen Zahlen waren nach Angaben der Arbeitsagentur in St. Ingbert 39 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur in Blieskastel, die für Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim zuständig ist, waren 14 erwerbslose Frauen und Männer mehr registriert als Ende Juni. Im Einzelnen verteilten sich die Arbeitslosen hier wie folgt: 509 in der Stadt Blieskastel sowie 199 und 158 in den Gemeinden Mandelbachtal und Gersheim.

Je nach Zuständigkeit von Arbeitsagentur oder Jobcenter verlief die Entwicklung der Erwerbslosigkeit im gesamten Saarpfalz-Kreis jedoch unterschiedlich. Während beim Jobcenter die Arbeitslosigkeit hauptsächlich durch vermehrte Beschäftigung und Fördermaßnahmen gesunken sei, habe die Arbeitsagentur saisonbedingt steigende Zahlen verzeichnet. "Der Anstieg im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist für den Monat Juli typisch", erläuterte Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. Dies sei insbesondere darauf zurückzuführen, dass in den Sommermonaten viele junge Leute den Übergang von Schule, Ausbildung oder Studium in Beschäftigung bewältigen müssten. "Nicht immer gelingt das nahtlos und Arbeitslosigkeit ist dann eine direkte Folge", meint Haßdenteufel. Außerdem seien zum Quartalsende Zeitverträge ausgelaufen und Kündigungen ausgesprochen worden. Da die jetzt arbeitslos gewordenen Frauen und Männer in der Regel gut qualifiziert seien, hätten sie jedoch die besten Voraussetzungen, rasch wieder in Arbeit zu kommen. Beim Jobcenter des Kreises ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli auf rund 3000 Personen gesunken. Das sind 89 Frauen und Männer weniger als noch im Juni, aber auch über 450 mehr als zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres. Ein Grund für den Rückgang im Juli waren dabei auch Integrationskurse, die für Flüchtlinge begonnen haben.

Noch viele offene Stellen

Die Arbeitgeber haben der Agentur für Arbeit im Juli kreisweit 415 neue Stellen gemeldet, damit stünden aktuell 1120 freie Jobs zur Verfügung. Besonders gesucht seien demnach weiterhin Arbeitskräfte im Dienstleistungsbereich, in der Zeitarbeit, im Handel, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich Verkehr und Logistik sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.