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Zum Jahresende leben,wie in einem kleinen Weihnachtsdorf

Zum Jahresende leben,wie in einem kleinen Weihnachtsdorf

St. Ingbert. Elfriede Bauer öffnet heute ihre Tür in der Ackergasse Nummer 23 für uns. Wenn man die Wohnung der allein stehenden Witwe betritt, meint man, in ein kleines Weihnachtsdorf zu kommen. Bereits vor dem 1. Advent hat Elfriede Bauer begonnen, alles festlich zu dekorieren

St. Ingbert. Elfriede Bauer öffnet heute ihre Tür in der Ackergasse Nummer 23 für uns. Wenn man die Wohnung der allein stehenden Witwe betritt, meint man, in ein kleines Weihnachtsdorf zu kommen. Bereits vor dem 1. Advent hat Elfriede Bauer begonnen, alles festlich zu dekorieren. Dabei spielen ihre geliebten Hummel-Sammelfiguren eine wichtige Rolle: sie zieren nämlich unter anderem auch das kleine Weihnachtsdorf. Elfriede Bauer dichtet auch selbst kleine Weihnachtsgedichte, aber ihre geliebte Bauernmalerei ruht derzeit. Dafür spielt sie leidenschaftlich Mundharmonika. Unter der Leitung ihres Bruders Hans Benoit erfreut der Mundharmonika-Club Herbitzheim die Bewohner von Senioren- und Behindertenheimen der Region zur Weihnachtszeit. "Das ist immer sehr feierlich. Und die Leute freuen sich, wenn wir kommen und für sie musizieren", sagt Elfriede Bauer. Wenn sie nicht für ihre Auftritte übt, holt sie ihre weihnachtlichen CDs hervor. Musik ist allgegenwärtig. Auch, wenn Elfriede Bauer Plätzchen für "die ganze Mannschaft" bäckt. Die ganze Mannschaft sind die beiden Söhne samt Anhang. "Da kriegt jeder seinen Weihnachtsteller", erzählt Elfriede Bauer stolz. Am morgigen Heiligen Abend kommen alle zu Mama und Oma zu Besuch, die ihre Lieben gerne bekocht: "Es gibt saure Bohnen und gebratene Kotelettes. Das ist nicht alltäglich zu Weihnachten, ich weiß, aber das ist nunmal das Lieblingsessen meiner Kinder." Elfriede Bauers Enkel wird um 16 Uhr die Kindermesse besuchen, während die Oma das Essen vorbereitet. "Manchmal gehe ich auch in die Christmette. Aber nicht immer. Ich kann auch daheim beten", sagt Elfriede Bauer mit einem sentimentalen Unterton. Es fällt ihr schwer, das Weihnachtsfest ohne ihren Mann verbringen zu müssen. Doch die Familie lenkt sie ab. Zur Bescherung - "bei uns gibt es nur Kleinigkeiten: die Geste zählt, nicht das Materielle" - nimmt sie dann eine Mundharmonika hervor und spielt weihnachtliche Weisen.