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Zoff um neue Hallen auf dem Kléber-Gelände in St. Ingbert

Industriegebiete : Zoff über Bebauung des Kléber-Geländes

Die Eigentümerin möchte unter anderem neue Hallen bauen. Den Anwohnern passt das gar nicht.

Das Thema „Bebauungsplan Kléber-Gelände Nord“ birgt Diskussionsstoff, wie der Besuch von Anwohnern des Gebietes in der Stadtratssitzung zeigte. Aus ihrer Sicht ist der Abstand der geplanten Hallen zum Wohngebiet der Hasseler Chaussee zu gering. Ihre Befürchtung: Weil die Hallen nahe der betreffenden Straße geplant sind, könnten Lärmemissionen die Wohnqualität beeinträchtigen.

Wie Andreas Gaa sagte, sei der jetzige Bebauungsplan besser als der erste Entwurf: „Die Bedingungen waren früher nicht so scharf gefasst“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende. Nach der Vorstellung des Projektes durch den Grundstückseigentümer und das Planungsbüro im Mai 2016 war kurze Zeit später vom Stadtrat der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan und eine frühzeitige Beteiligung von Bürgern und Behörden beschlossen worden. Die Ergebnisse flossen in die aktuellen Planungen ein. Ziel des neuen Bebauungsplanes ist es, den nördlichen, wenig genutzten Teil des Kléber-Geländes anders nutzen zu können. Da die vorhandene Baustruktur, die hinsichtlich der Größe, des Zuschnitts und der Substanz sowie der energetischen Eigenschaften nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, beabsichtigt die Grundstückseigentümerin eine vollständige Neustrukturierung der gesamten Liegenschaft.

Das überarbeitete Konzept sieht großformatigen Gewerbehallen vor, wobei die dort ansässigen Betriebe gehalten und in den neuen Hallen untergebracht werden sollen. Im östlichen Teil des Geländes will sich Lidl Logistik, im westlichen Bereich Festo einmieten. Gegen die Ansiedlung des Logistikers DB Schenker auf der Restfläche hatte sich der Stadtrat wegen der zu erwartenden hohen Verkehrsbelastung ausgesprochen. Elisabeth Geib, in der Verwaltung für die Stadtentwicklung zuständig, versuchte in der Sitzung, die Bedenken der Anwohner zu zerstreuen. Die Ver- und Entsorgung würde später von der Hasseler Chausee abgewandten Seite erfolgen. Außerdem reize man die acht Meter Gebäudeabstand von der Grundstücksgrenze, die laut Bebauungsplan möglich wären, nicht aus und bleibe nun 20 Meter von ihr weg. Eine Bauhöhe bis 16 Meter sei aber möglich. Insgesamt seien 56 Träger öffentlicher Belange gehört worden. Der nun vorgelegte Entwurf versuche, alle Eingaben zu berücksichtigen. Es sei aber nicht vorgesehen, diesen Abwägungsbeschluss vorher öffentlich zu machen – laut Geib ein offizielles Verfahren.

Wie Oberbürgermeister Hans Wagner sagte, sei man auf die Bedenken der Anwohner eingegangen und informiere trotzdem „weil sie nicht den Eindruck haben sollen, dass die Verwaltung falsch arbeitet“. Jürgen Berthold (Die Grünen) forderte mehr Abstand zur bestehenden Bebauung und „Anwohnerschutz ohne Emissionen“. Nachdem Ortsrat, Ausschüsse und Stadtrat bereits in der Vergangenheit gehört und auch die Bürger mit einbezogen wurden, solle man aber auch irgendwann mal zu einer Entscheidung kommen, fand Wolfgang Weisgerber (UCD). „Wir können das nicht weiter verweisen, wenn wir im Ausschuss nicht weiter wissen“, sagte er. Und auch der Ortsrat sei kein Ersatzgremium, der in dieser Sache einen Beschluss fassen könne. Trotzdem wurde der Antrag gestellt, noch eine Bürgerinfoveranstaltung einzuberufen und das Thema wieder an den entsprechenden Ausschuss zu verweisen.