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Zauberflöte als Kinderoper in der Rischbachschule St. Ingbert

Oper für Kinder in St. Ingbert : Mozarts Fantasiewelt in der Turnhalle

Das Team der Kölner Opernkiste zeigte in der Rischbachschule eine kindgerechte „Zauberflöte“.

„Frau Stalter! Frau Stalter“, klingt es schallend durch die Turnhalle. Kurz darauf läuft die Auserwählte hinter den Vorhang und taucht als böse Königin der Nacht wieder auf. Die Kinder, die sich in der Turnhalle der Rischbachschule versammelt haben, beklatschen ihren Auftritt, bei dem sie mit dem Team der Kölner Opernkiste ihren gerade erst ausgehändigten Text vorträgt und ein paar improvisierte Tanzschritte aufs Parkett legt. „Ganz spontan“ sei das alles gewesen, erzählt sie im Anschluss lachend.

Corinna Stalter, Lehrerin der 3. Klasse an der Wiesentalschule, der Dependance der Rischbachschule, war der heimliche Star einer der kindgerechten Aufführungen von Mozarts „Die Zauberflöte“, die die Opernkiste am Donnerstagmorgen zwei Mal in der Schule aufführte. Bereits zuvor war Claudia Spengler von der Musical AG in die Rolle geschlüpft. Der Einsatz der Beiden gab dem professionellen Musiktheater für Kinder noch mehr Raum zum Strahlen. Sopranistin Kathrin Smith, Tenor Antonio Florez und Bariton Stefan Mosemann verwandelten die Turnhalle kurzzeitig in Mozarts Fantasiewelt.

Und so machte sich Antonio Florez als Prinz Tamino auf, die Tochter der Königin der Nacht zu finden, die von Fürst Sarastro entführt wurde. Kathrin Smith als Pamina trifft in Sarastros Reich erstmals auf den Vogelfänger Papageno, alias Stefan Mosemann, der später noch auf seine Papagena (ebenfalls Kathrin Smith) trifft. Während der Befreiung trifft Tamino noch auf drei junge Knaben, die ihm und Papageno den Weg weisen. Dargestellt wurden diese von Emma, Bardha und Abierrah von der Wiesentalschule. Die drei Schülerinnen wurden zu Beginn der Aufführung ausgesucht, um in „Die Zauberflöte“ mitzuspielen.

„Dadurch wird es sehr kurzweilig“, erklärte Schulleiterin Sybille Oetzel-Potdevin. Mozarts wohl bekannteste Oper war die dritte Aufführung, die die Schule in den zurückliegenden Jahren veranstaltete. Auf diese Weise möchte man Kindern ein kulturelles Angebot bieten, das sonst vielleicht etwas zu kurz kommen würde. Im Vorfeld der Aufführung beschäftigten sich die Kinder bereits mit der Oper. „Sie mussten ja auch wissen, um was es geht“, erklärte die stellvertretende Schulleiterin und Musiklehrerin Heike Haberer. So bastelte man Masken der Hauptpersonen, und die Musik ertönte aus den Sälen.

Das hat sich offenbar gelohnt. Denn das Opernkisten-Team fragte vor dem Aufführungsstart unter anderem, von wem denn das Werk komme – „Mozart!“ riefen die Kinder – und wer denn die tiefste Stimme habe – „Bass!“. Die auf die Reise von Tamino und Papageno konzentrierte Fassung lief unter dem Titel „Die kleine Zauberflöte“ und überzeugte mit schönen Kostümen, professionellen Theater-Schaffenden, einem hübschen Bühnenbild und einer Riesenschlange im Handpuppenformat, die so schrecklich gar nicht war – kindgerecht eben.