Wunschkonzert des KreisChorVerbandes in der Stadthalle St. Ingbert

Wunschkonzert in St. Ingbert : Die „Toten Hosen“ standen an der Spitze

Klassiker aber auch sehr viele moderne Songs waren beim Wunschkonzert in der St. Ingberter Stadhalle zu hören.

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder“ klang es vom Chor der Brauerei Becker und „Mit Musik geht alles besser“ bestätigte der MGV „Frohsinn“ in seinem Beitrag. Es heißt zwar, das Leben sei kein Wunschkonzert, doch der KreisChorVerband setzte sich über diese Weisheit einfach hinweg und veranstaltete in der bestens besuchten St. Ingberter Stadthalle genau dies: ein Wunschkonzert. Ein halbes Jahr lang durfte das Publikum abstimmen und sich aus jeweils zehn Vorschlägen der sechs teilnehmenden Chöre seine Favoriten wählen. Beim Neujahrsempfang der Stadt, bei Neujahrskonzerten der Chöre und beim „Tag des Liedes“ in der Fußgängerzone im Juni wurden Stimmzettel mit jeweils zehn Vorschlägen pro Chor verteilt. 524 Stück kamen zurück und wurden ausgewertet. Hieraus ergab sich ein buntes Potpourri von beliebten Liedern aus der klassischen Chorliteratur bis hin zu rockig-poppigen Titeln. Es blieb spannend bis zum Schluss, denn auf den Stühlen erwartete die Zuhörer kein gedrucktes Programm, sondern nur eine Übersicht über die sechs mitwirkenden Chöre.

Durch den Abend führten abwechselnd der erste Vorsitzende des Kreis-Chorverbandes, Werner Zeitz, und dessen Stellvertreter, Uwe Meisenheimer. Sie kündigten die Titel jeweils an und freuten sich über die begeisterten Reaktionen aus dem Publikum. Den Auftakt machte der Frauenchor St. Ingbert unter der Leiterin Natalia Chepelyuk. „Freude schöner Götterfunke“ – schöner kann ein Konzert kaum starten. Von Beethoven ging es „Über sieben Brücken“ nach Südamerika mit „La Cucaracha“ bis hin zum „Kleinen grünen Kaktus“. „Autsch!“ war das letzte fröhlich gerufene Wort dieses Chores, aber der Vortrag war alles andere als schmerzvoll.

Die Sänger des MGV Josefstal sangen unter ihrem Leiter Uwe Meisenheimer stimmungsvolle Lieder von Sehnsucht, Fernweh, Liebeskummer und der Seefahrt von Freddy Quinn bis Johnny Cash. Eine eigene Combo mit Piano, Schlagzeug und Bass brachte der Frauenchor „Pro Musica“ St. Ingbert mit. Mit modernen Arrangements aus der Feder von Hans Dieter Kuhn trugen die festlich gekleideten Damen unter der Leitung von Barbara Ickas beliebte Melodien wie „Sailing“ oder „So leb dein Leben“ (My way) vor. Mit „Dornenvögel“ bewiesen sie, dass man auch beliebte Film-Musiken mit Text als Chor zu Gehör bringen kann.

Bei der Abstimmung fielen die mit Abstand meisten Stimmen auf den Hit „An Tagen wie diesen“ von den „Toten Hosen“ vor dem Klassiker „Bajazzo“ von Peter Orloff. Diese meist gewünschten Titel trug neben weiteren der MGV „Frohsinn“ unter der Leitung von Markus Schaubel vor. Da wurde kräftig mitgeklatscht. Den stimmgewaltigsten und einzig gemischten Chor stellte der „Chor 98“ Ommersheim. Mit ihrem Leiter Friedel Hary brachten die rund 50 Sängerinnen und Sänger („krankheitsbedingt fehlen leider einige“) mit sehr modernen Songs wie „Junge“ (von den Ärzten), „Wir ziehen in den Frieden (von Udo Lindenberg) oder das poppige „It´s my life“ von Bon Jovi die Zuhörer ordentlich zum Mitschunkeln und Füßewippen.

Den Abschluss des Wunschkonzerts machte der vielstimmige Männerchor der Brauerei Becker unter seinem Leiter Everard Sigal unter anderem mit „Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander oder dem „Ave Maria der Berge“. Zum großen Finale wurde es dann tatsächlich etwas eng auf der Bühne. Weit über 100 Chorsängerinnen und -sänger rückten zusammen zu einem gemeinsamen großen Chor mit dem Publikum. Die heimliche „Nationalhymne“ des Saarlandes, das Steigerlied, erklang stimmungsvoll und mit „Glück auf - Glück auf“ hob es so manchen Zuhörer und Mitsänger von seinem Sitz. Viel Jubel und verdient langer Applaus war der Lohn für diese gelungene Veranstaltung.

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