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Führung: Wo einst die „Eisenkocher“ in St. Ingbert wohnten

Führung : Wo einst die „Eisenkocher“ in St. Ingbert wohnten

Eine Führung über die „Alte Schmelz“ in St. Ingbert steht am Sonntag an. Hans-Werner Krick erzählt dabei über die bewegte Vergangenheit.

„Was Sie schon immer über die „Alte Schmelz“ wissen wollten: Die ehemalige Werksiedlung beim St. Ingberter Eisenwerk“ ist das Thema einer Führung am Sonntag, 10. Juni, mit Hans-Werner Krick. Die Siedlung auf der Alten Schmelz hat eine bewegte Vergangenheit und vielleicht auch noch eine interessante Zukunft. Auf jeden Fall bietet sie genügend interessante Motive für außergewöhnliche Fotos und spannende Geschichten, Anekdoten und historische Fakten. Begonnen hat alles im frühen 18. Jahrhundert, noch zu Zeiten der Reichsgrafen von der Leyen, auf deren Initiative die Gründung des Eisenwerks zurückgeht.

Um gutes Eisen schmelzen zu können, brauchte man gute Arbeitsleute. Die aber waren damals rar und mussten mit attraktiven Angeboten gelockt und an das Werk „gebunden“ werden. Eine gute Wohnung samt Garten und Weiderecht fürs Kleinvieh, das war schon ein großer Vorteil, mit dem man deutlich punkten konnte.

Als das Werk dann unter privater Regie aufblühte, wurde auch die Siedlung deutlich vergrößert. Vor rund 100 Jahren entstanden die letzten Gebäude. Danach wurde es allmählich still und der „Stadtteil“ Alte Schmelz entzog sich zunehmend der Wahrnehmung der Stadtbevölkerung.

Doch der Dornröschenschlaf endete mit einem „Paukenschlag in den 1990er Jahren. Das Ensemble war inzwischen ziemlich heruntergekommen, galt als Sanierungsfall und Problemzone, die man in aller Stille abreißen wollte. Doch da hatte man die Rechnung ohne den Denkmalschutz und vor allem ohne die Siedlungsbewohner gemacht. Die „Schmelzer“ wehrten sich heftig. Glücklicherweise begann man damals auch im Saarland, den Wert der Industriekultur zu entdecken und zu schätzen und einem engagierten und breit aufgestellten Aktionsbündnis gelang es, die Siedlung vor dem Bagger zu bewahren und zu neuem Leben zu erwecken.

Was damals alles geschehen ist, zu welchem Schmuckstück die ehemaligen „Bruchbuden“ wurden, das erfahren die Teilnehmer bei einem Morgenspaziergang durch die inzwischen komplett sanierte Siedlung.

Sanierte alte Bausubstanz auf der „Alten Schmelz“. Foto: Hans-Werner Krick

Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am ehemaligen Konsum, Alte Schmelz 64, Die Veranstaltung ist kostenlos.