Wirtz' Weggefährten sind enttäuscht

Wirtz' Weggefährten sind enttäuscht

OB Wagner wollte ihn überzeugen, weiterzumachen, einige Rohrbacher Vereine bekennen sich zu Rohrbachs Ortsvorsteher Martin Wirtz: Nachdem er ankündigte, sich 2014 zur Kommunalwahl zurückzuziehen, sind einige Weggefährten verwundert.

Enttäuscht und überrascht reagierten einige Weggefährten von Rohrbachs Ortsvorsteher Martin Wirtz auf dessen Ankündigung, sich zur Kommunalwahl 2014 aus der Politik zurück zu ziehen und damit auch das Amt des Ortsvorstehers aufzugeben. Ein paar Stimmen im Überblick: Wirtz` Vorgänger und Familien-Partei-Freund, Oberbürgermeister Hans Wagner, findet es schade, dass sein Nachfolger das Handtuch wirft. "Martin Wirtz hat zwei Jahre, auch schon unter mir als Ortsvorsteher, das gesellschaftliche Leben in Rohrbach geprägt und organisiert. Er war ein Garant dafür, dass es in Rohrbach funktioniert." Während Martin Wirtz von der Bühne Im Eck sprach, schüttelte Wagner immer wieder den Kopf. Der OB versuchte zuvor, ihm diesen Schritt auszureden - vergeblich. "Es ist schade, dass er jetzt wegen Dingen, die passiert sind, die aber nicht in seiner Verantwortung liegen, seinen Rückzug erklärt." Andererseits zeigte Wagner auch Verständnis. Eines von Wirtz` Argumenten für seinen Rückzieher war der hohe Zeitaufwand. "Der Rohrbacher Ortsvorsteher muss soviel arbeiten wie kein Zweiter. Kaum ist das Rohrbachfest vorbei, beginnt schon die Organisation für den Weihnachtsmarkt."

Gewissenhaftigkeit, Organisationsvermögen und Verlässlichkeit werden Wirtz nachgesagt. Auch sein politischer Widersacher im Ortsrat, CDU-Fraktionssprecher Jörg Schuh, hielt ihm diese Tugenden zugute, vermisste sie in jüngster Zeit jedoch. "Dass er tatsächlich aufhört, hat mich überrascht, aber ich hatte es im Gefühl. Es gab gewisse Veranstaltungen, die er nicht mehr mit dem nötigen Ernst wahrgenommen hat. Das war seltsam, weil ich ihn so nicht kenne." Schuh gestand, dass er sich persönlich angesprochen fühlte, als Wirtz sich darüber beklagte, dass derzeit mehr gegeneinander statt miteinander agiert werde. Konkret nannte er unter anderem das Schlachtfest der CDU Rohrbach. Dort hätte Wirtz gerne ein paar Grußworte zu den Anwesenden gesprochen. Diesen Schuh will sich der gleichnamige CDU-Mann aber nicht anziehen. "Es ist auf dem Schlachtfest ganz normal, dass keine Parteifremden als Redner auftreten." Schuh kritisierte weiter, dass Wirtz die Gründe für sein Ausscheiden bei anderen suche. "Uns sind auch andere Gründe bekannt, die ich aber öffentlich nicht nennen möchte."

Offene Bekenntnisse zu Wirtz sind aus einigen Rohrbacher Vereinen zu hören. So fand auch Löschbezirksführer Michael Michaeli den Schritt "traurig." Er betonte, mit Wirtz nie ein Problem gehabt zu haben, der Ortsvorsteher habe immer ein offenes Ohr gehabt. Mindestens bis zur nächsten Wahl wird er das voraussichtlich auch noch haben. Aber Michaeli sagte auch unmissverständlich: "So geht man nicht mit Menschen um." Damit war der Feuerwehrchef absolut derselben Meinung wie Hans-Werner Roschlok aus dem Musikverein. "Diejenigen, die das zu verantworten haben, bekommen meine Stimme nicht."