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"Wir müssen neue Wege des Miteinanders entwickeln"

"Wir müssen neue Wege des Miteinanders entwickeln"

Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl in Blieskastel am kommenden Sonntag, 2. September, haben wir die Kandidaten bereits vorgestellt. Nun beantworten sie einen Katalog von Fragen. Heute: Brigitte Adamek-Rinderle, die für die Grünen ins Rennen geht.

Umreißen Sie kurz die dringlichsten Aufgaben in der Stadt?Adamek-Rinderle: Wir müssen unsere wirtschaftliche Basis erhalten und weiterentwickeln. Gleichzeitig müssen wir neue Wege des Miteinanders, des Wirgefühls entwickeln, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen.

Welcher Stadtteil hat sich in den letzten zehn Jahren am besten entwickelt?

Adamek-Rinderle: Blieskastel-Mitte. Mit dem Abriss der Malzfabrik und dem Bau des Kreisels wurden sichtbare Zeichen der positiven Veränderung gesetzt. Als alte Lautzkerjerin freue ich mich natürlich über die Fertigstellung des Pirminiusplatzes.

Welcher Stadtteil hat den größten Nachholbedarf?

Adamek-Rinderle: Bierbach, das dringend eine neue Ortsdurchfahrt braucht. Es gibt viele Leerstände. Dieses Problem ist in Niederwürzbach auch stark ausgeprägt. Da besteht dringender Handlungsbedarf.

Auf welchem Sektor sehen Sie die Zukunftschancen der Stadt Blieskastel?

Adamek-Rinderle: Der Dreiklang Tourismus, Energiewende, Biosphäre. Hier sehe ich wirtschaftliches Potenzial, aber auch ein großes Maß an Lebensqualität, die durch die Entwicklung dieser Themen entsteht.

Was würden Sie im Falle einer Wahl sofort anpacken?

Adamek-Rinderle: Um die Menschen für mehr Engagement für unser Gemeinwesen zu begeistern, brauche ich eine motivierte Verwaltung. Deshalb werde ich als Verwaltungschefin mit meinem neuen Politikstil für transparente Entscheidungsstrukturen und flache Hierarchien sorgen. Hochbezahlte Beamte und Angestellte in Wartestellung wird es bei mir nicht geben.

Welches Stück Natur schätzen Sie am meisten im Bereich der Stadt?

Adamek-Rinderle: Vor meiner Haustür habe ich den wunderbaren Wald, in dem ich gern wandere und Rad fahre. Ebenso lieb ist mir die Bliesaue.

Gibt es Prinzipien, von denen Sie nicht abgehen möchten?

Adamek-Rinderle: Ehrlichkeit, Offenheit und Vertrauen gegenüber meinen Mitmenschen.

Haben Sie eine Vision? Utopie?

Adamek-Rinderle: Ich wünsche mir, dass Blieskastel zu einem Ort wird, der weit über die Stadtgrenzen hinaus als barockes Kleinod und Biosphärenzentrum seine Strahlkraft entwickelt und viele Leute in die Region bringt. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass alle Menschen, egal ob jung oder alt, behindert oder "normal", gern in unserem wirtschaftlich stabilen Stadtgebiet leben und arbeiten, in dem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Selbstverständlichkeit ist.

Welches war das wichtigste politische Ereignis in Ihrer bisherhigen politischen Laufbahn?

Adamek-Rinderle: Das Gemeinschaftsgefühl beim Mauerfall, das mich zutiefst berührt hat.

Was werden Sie am Wahlabend tun?

Adamek-Rinderle: Die Verkündung der Ergebnisse in der Markthalle ist ein Muss. Anschließend wird mit der Wählerinitiative und der Familie gefeiert, nicht ohne weitere Pläne für die Stichwahl zu schmieden.

Wie viele Stunden in der Woche wollen Sie als Bürgermeisterin arbeiten?

Adamek-Rinderle: Als Bürgermeisterin ist man, wie eine Mutter, immer ansprechbar und für die Menschen da. Da gibt es kein Zeitlimit.

Wie viele Stunden in der Woche wollen Sie Ihrer Familie einräumen?

Adamek-Rinderle: Ich werde im Kalender feste Zeiten für die Familie blockieren. Sie ist ein wichtiger Ort zum Auftanken und Abschalten.

Haben Sie noch Vorlieben außer der Politik und welche?

Adamek-Rinderle: Ein ganz großer Ausgleich ist für mich das Singen. Ich fahre gern Fahrrad und genieße die Natur, lese, gehe mit Freunden in Konzerte, probiere beim Kochen Rezepte aus.

Welches sind Ihre Vorbilder und warum?

Adamek-Rinderle: Henning Scherf, ehemaliger SPD(!)-Bürgermeister von Bremen. Obwohl schon über 70, lebt er so, wie ich mir das Leben im Alter vorstellen könnte. Er wohnt schon seit Jahren in einer Alters-WG, plädiert für ein soziales Miteinander von Alt und Jung, für gesellschaftliches Engagement. Margot Käßmann, ich habe Hochachtung vor ihr, weil sie ein Mensch ist, der zu seinen Fehlern steht und Konsequenzen daraus gezogen hat.

Wann sagen Sie von sich: Ich bin zufrieden?

Adamek-Rinderle: Das habe ich noch nie gesagt. Ich freue mich, wenn etwas gut gelaufen ist, wenn ich etwas erreicht oder bewirkt habe.

Welche Musik hören Sie, wenn Sie nach einem nervigen Tag entspannen wollen?

Adamek-Rinderle: Am besten erholen kann ich beim Klavier spielen. An Musik höre ich gern Bachs Klavierkonzerte oder Sting-Songs von John Dowland oder Katie Melua.

Was essen und trinken Sie am liebsten?

Adamek-Rinderle: Gute Zutaten sind für mich das A und O. Gern Fisch, im Augenblick würde meine Wahl auf mit Honig überbackenen Ziegenkäse fallen. Dazu ein Glas Saar-Grauburgunder, nette Leute, das Glück ist perfekt.

Was fingen Sie mit dem Leben an, wenn Sie heute 20 wären?

Adamek-Rinderle: Ach, ich würde alles genauso machen, wahrscheinlich mit denselben Fehlern wie früher. Foto: Andreas Engel