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Leichtathletik: Wie „Thanu“ Bronze verlor

Leichtathletik : Wie „Thanu“ Bronze verlor

St. Ingberter Thanusanth Balasubramaniam gewinnt das B-Finale über 100 Meter bei U23-DM in Berlin.

Sprinter Thanusanth Balasubramaniam (LAZ Saar 05) aus St. Ingbert hat am Wochenende das B-Finales über 100 Meter bei den deutschen U23-Meisterschaften gewonnen. Dennoch war das Glück nicht wirklich auf seiner Seite.

Als Zweitplatzierter seines Vorlaufes qualifizierte er sich in 10,70 Sekunden trotz eines schlechten Starts souverän fürs Halbfinale. „Die Reaktion war schlecht, so dass ich nur schwer in den Lauf reingekommen bin“, analysierte er. Im Halbfinale passte der Start, aber ein kleiner Stolperer kostete die entscheidenden Sekundenbruchteile. In 10,66 Sekunden hatte er insgesamt die siebtschnellste Zeit. Das reicht normal für den Einzug ins Finale der besten Acht. Im Leverkusener Stadion mit nur sechs Sprintbahnen bedeutete es aber B-Finale und keine Chance mehr auf eine Medaille. „Im B-Finale hat es dann endlich mit einem guten Lauf geklappt“; sagt Thanusanth Balasubramaniam. „Trotzdem wäre ich gerne noch schneller als die 10,59 Sekunden gewesen. Aber ich hatte keine Konkurrenz und bin drei Meter vorne weg gesprintet.“

Das besonders Ärgerliche daran wird erst bei genauem Blick auf das A-Finale deutlich. Zum einen hätte seine Zeit für Bronze gereicht, und zum anderen hätte er in das A-Finale nachrücken müssen. Nachdem einer der vor ihm Platzierten Halbfinalisten verzichtete, rückte ein langsamerer und somit falscher Sprinter nach - eine klare Fehlentscheidung der Offiziellen. „Das habe ich erst auf dem Heimweg erfahren. Aber da war es schon zu spät“, sagt Thanusanth Balasubramaniam.

Dennoch drängt der 22-jährige Senkrechtstarter der saarländischen Leichtathletik immer mehr in die nationale Spitze. Dabei hat er erst vor dreieinhalb Jahren mit der Leichtathletik angefangen, damals noch beim LA-Team Saar. Kurz darauf wurde er bei seinen ersten saarländischen Hallenmeisterschaften schon U20-Vizemeister über 60 Meter. 2015 folgte für ihn nach Knieproblemen und einer sechsmonatigen Pause der Vereinswechsel nach Saarbrücken zu seinem aktuellen Trainer Jürgen Schneider. Mit seiner Hilfe startete er im vergangenen Jahr so richtig durch und steigerte sich auf 10,54 Sekunden über 100 Meter sowie 22,13 Sekunden über 200 Meter. Beide Zeiten hat er in dieser Saison erneut verbessert. Von seinen Freunden und Vereinskollegen wird er wegen seinem langen und komplizierten Namen nur „Thanu“ gerufen.

Am Namen des gebürtigen Deutschen erkennt man seine Wurzeln in Sri Lanka. Seine Eltern, die ihn immer und überall unterstützen, stammen von dort und sind aus beruflichen Gründen nach Deutschland gekommen.

Um in Zukunft noch schneller zu werden, trainiert Thanu aktuell sechs Mal pro Woche an der Sportschule in Saarbrücken. „Samstags trainiere ich aber auch oft im Wald oder mache Bergläufe“, verrät er. Parallel absolviert er ein duales Studium im Bereich Fitnessökonomie und arbeitet bei seinem Verein auf der LAZ-Geschäftsstelle.