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Wie sieht es mit Badminton in der Region aus.

Badminton : Warten und hoffen auf den Re-Start

Corona stoppt auch Badminton: Ein Gespräch mit dem St. Ingberter Verbandschef Thomas Dettweiler.

Auch für die Badmintonspieler aus den Kreisen St.Ingbert, Neunkirchen und Homburg hieß es in den vergangenen Monaten, aufgrund der Einschränkungen der Corona-Pandemie, sehr viel Geduld aufzubringen. Seit Juni 2019 ist der St. Ingberter Thomas Dettweiler Vorsitzender des Saarländischen Badminton-Verbandes (SBV). Der 52-Jährige hält sich selbst noch beim KV St. Ingbert in dieser schnellen Sportart fit. Unmittelbar nach der Amtsübergabe hatte der St. Ingberter darauf hingewiesen, dass ein Schwerpunkt der Vorstandsbemühungen auf der Jugendarbeit liegen soll. Der Verband wolle Rahmenbedingungen setzen, um bei den Vereinen die Nachwuchsförderung noch einmal voranzutreiben. Dazu gehöre auch die Zusammenarbeit mit Schulen.

Ein Wegweiser könne die neue Trendsportart „Air Badminton“ unter freiem Himmel sein. Dabei ist der Ball nicht ganz so windanfällig wie der konventionelle. Dies wäre hilfreich, um mehr Kinder und Jugendliche in die saarländischen Badminton-Vereine hineinzubekommen.

Die Saarbrücker Zeitung hat sich im Verlauf des zweiten Corona-Lockdowns noch einmal mit Dettweiler unterhalten und wollte zunächst wissen, ob die anhaltende Pandemie zu Vereinsaustritten im Badminton geführt hat. „Die aktuelle Umfrage wird zeitnah abgeschlossen, so dass ich derzeit nur Vermutungen anstellen kann. Ich gehe davon aus, dass es während des ersten und zweiten Lockdowns zu Abgängen gekommen ist“, sagt der Verbandsvorsitzende und ergänzt: „Auch für uns Badmintonspieler war und ist Corona nicht einfach. Wir hatten in Zusammenarbeit mit den Vereinen alles dafür getan, die Sportler wieder unter Einhaltung der Beschränkungen in die Halle zurückzuholen. Und dann war schon wieder ganz schnell Schluss.“

Im Saarland steht noch die Entscheidung aus, ob die Saison fortgesetzt oder abgebrochen werden muss. Sollte es zu einem kompletten Abbruch kommen, muss auch die Frage geregelt werden, ob und wenn ja wie eine Wertung erfolgt. Was Dettweiler aber bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit Sicherheit sagen kann, ist das ungebrochene Bestreben, die Jugendarbeit voranzubringen. „Wir haben im Saarland ja gute Bedingungen und mit dem BCB einen Vorzeigeverein, der auch für jüngere Spieler einen Vorbildcharakter besitzt. Außerdem ist Badminton eine Olympiasportart. Nicht jeder, der im Landeskadertraining mitmacht, wird auch ein Bundesliga-Spieler. Es gibt aber auch unterhalb der Bundesliga interessante Spielklassen für Ambinitionierte“, betont Dettweiler.

Einer der saarländischen Traditionsvereine ist der TTV Stennweiler. In diesem Club übt Volker Conrad eine wichtige Doppelfunktion aus. Der 67-Jährige ist nicht nur seit 1986 der Badminton-Abteilungsleiter, sondern auch seit 1994 der Vereinsvorsitzende. „Wir stellen aktuell in der Verbandsliga und der A-Klasse zwei Mannschaften. Alles war zufriedenstellend angelaufen, bis der erneute Lockdown kam. Seit dem ruht nun der Trainings- und Spielbetrieb. Klar, wir freuen uns alle auf den Tag, wenn Dienstags- und Donnerstagsabends wieder in der Stennweiler Lindenhalle trainiert werden darf“, sagt Conrad. Dort werden auch samstags und sonntags die Auswärtsmannschaften begrüßt. Insgesamt verfüge der TTV Stennweiler über 310 Mitglieder, davon gehören 30 der Badminton-Abteilung an. Positiv sei, dass es trotz Corona nur zu ganz wenigen Austritten aus dem Verein kam. Die Mitglieder wurden im ersten Quartal 2020 von Vereinsbeiträgen befreit. Und derzeit sehe es so aus, dass auch das erste Quartal 2021 beitragsfrei bliebe – wobei diesbezüglich noch nicht die letzte Entscheidung gefallen sei. „Im Bereich Bodyforming wird übers Internet sozusagen gemeinsam trainiert, auch wenn jeder für sich ist. Dieses Angebot wird gut angenommen. Die anderen Mitglieder halten sich eigenständig mit Laufen und Radfahren fit“, berichtet der Vorsitzende.

Da die Gemeinde Schiffweiler wegen Corona keine Hallenmiete verlange und auch keine Zuschüsse an Übungsleiter vergeben werden müssten, sei man finanziell gut aufgestellt. „Auch der einmalige Zuschuss durch das Land hatte uns schnell erreicht. Ich persönlich rechne nicht mit einem sportlichen Wiedereinstieg vor April. Somit wird es wohl im Badminton einen Saisonabbruch geben. In dieser Sportart können wir leider seit dem Wegfall der Grundschule Stennweiler keine Nachwuchsarbeit mehr leisten. Junge Sportler und Hobbyspieler werden allerdings bei den Aktiven integriert. In den Bereichen Turnen und Tischtennis konnte das noch besser aufgefangen werden“, berichtet Conrad.

Beim TV Homburg schwingt noch Abteilungsleiter Thomas Haumann (Zweiter von rechts) selbst den Schläger.
Beim KV St. Ingbert wurde der heutige Spitzenspieler Marvin Seidel (Zweiter von rechts bei der Aufnahme im März 2011) einst erfolgreich ausgebildet.

Auch die Badmintonspieler des TV Homburg befinden sich momentan aufgrund der Corona-Pandemie in einer Warteschleife. Seit vier Jahren ist der 62-jährige Thomas Haumann Abteilungsleiter. „Wir haben derzeit ungefähr 140 Mitglieder und zum Glück trotz der Pandemie keine größeren Abmeldungen. Aber natürlich war das Jahr 2020 für uns eigentlich gar nichts“, betont Haumann. Viele Trainingseinheiten, Spiele und Veranstaltungen seien ausgefallen. Und neben dem Sport fehle natürlich momentan auch die „gelebte Gemeinschaft“. Auch die wegen Corona fehlende Zusammenarbeit mit Grundschulen und die damit einhergehende Chance, neue Kinder in den Verein zu bekommen, sei bitter gewesen. „Wir müssen nun abwarten, wie mit der unterbrochenen Saison weiter umgegangen wird. Wichtig war, dass wir zuletzt mit einer gemeinsamen Maske wieder etwas mehr das Wir-Gefühl stärken konnten. Es gilt einfach in diesen ungewöhnlichen Tagen, zusammenzustehen, gesund zu bleiben und sich gemeinsam auf den Re-Start zu freuen“, meint der Abteilungsleiter. Man hätte aktuell jeweils zwei Aktiven- und Jugendmannschaften am Start.